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Sankt Petersburg

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Sankt Petersburg liegt im Nordwesten Russlands an der Mündung der Newa in die Ostsee. Die von Peter dem Großen 1703 gegründete und über 200 Jahre als Hauptstadt regierende Zarenstadt gilt mit ihren Kanälen, Palästen und der Eremitage als „Venedig des Nordens“ und ist eines der bedeutendsten Kulturziele am Ostseeraum.

SchnellfaktAngabe
LandRussland (Nordwesten)
Gegründet1703 von Peter dem Großen an der Newa-Mündung
Frühere RolleHauptstadt des Russischen Reiches (18. bis frühes 20. Jahrhundert)
Frühere NamenPetrograd, später Leningrad
WahrzeichenEremitage/Winterpalast, Schloss Peterhof, Isaakskathedrale, Newa-Kanäle
BesonderheitWeiße Nächte rund um den Hochsommer
Lage am WasserKanalstadt über zahlreichen, durch Brücken verbundenen Inseln

Wo liegt Sankt Petersburg?

Sankt Petersburg liegt im äußersten Nordwesten Russlands, dort wo die Newa nach kurzem Lauf aus dem Ladogasee in den innersten Winkel der Ostsee mündet. Diese Bucht, der Finnische Meerbusen, verbindet die Stadt unmittelbar mit dem Ostseeraum und macht sie zum östlichsten der großen Ostsee-Häfen. Die Stadt wurde bewusst an dieser Mündung angelegt: Peter der Große suchte einen Zugang zur See und ließ die neue Residenz ab 1703 in dem flachen, sumpfigen Schwemmland des Newa-Deltas errichten. Das Gelände liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, weshalb die Ufer früh mit Granit befestigt wurden, um die Stadt vor Hochwasser und Sturmfluten zu schützen.

Geografisch teilt sich Sankt Petersburg auf das Festland und eine Vielzahl von Inseln im Newa-Delta auf, die durch Arme des Flusses und zahlreiche Kanäle gegliedert sind. Der Kern des historischen Zentrums liegt auf der Admiralitätsseite am südlichen Ufer der Newa. Von dort fächern sich die großen Magistralen, allen voran der Newski-Prospekt, ins Stadtgebiet auf. Die nördliche Lage prägt das Lebensgefühl spürbar: Im Sommer wird es in der Stadt kaum dunkel, im Winter sind die Tage sehr kurz. Wer den Newa-Fluss als Lebensader der Stadt verstehen möchte, findet im Porträt der Newa als Zufluss der Ostsee die hydrografischen Zusammenhänge.

Welche Sehenswürdigkeiten hat Sankt Petersburg?

Sankt Petersburg besitzt eine der dichtesten Konzentrationen historischer Prachtbauten Europas, deren Innenstadt als Welterbe geschützt ist. Den bekanntesten Anziehungspunkt bildet die Eremitage im einstigen Winterpalast der Zaren, eines der größten und ältesten Kunstmuseen der Welt. Direkt benachbart liegen der weite Schlossplatz und die Admiralität, von der aus sich der Newski-Prospekt als prächtige Hauptstraße quer durch das Zentrum bis zum Alexander-Newski-Kloster zieht. Entlang dieser Achse reihen sich die Kasaner Kathedrale, das traditionsreiche Kaufhaus Gostiny Dwor und weitere repräsentative Bauten.

Etwas abseits der Hauptachse liegen das Russische Museum mit seiner Sammlung russischer Kunst und die mächtige Isaakskathedrale, deren vergoldete Kuppel das Stadtbild prägt. Farbenfroh hebt sich davon die Auferstehungskirche ab, die mit ihren bunten Zwiebeltürmen an die Moskauer Bautradition erinnert. Am Newa-Ufer liegt zudem der historische Panzerkreuzer Aurora. Ein Höhepunkt jeder Reise ist das südwestlich vor den Toren der Stadt am Meer gelegene Schloss Peterhof: eine ausgedehnte Schlossanlage mit Palast, Lustschlössern, Orangerie und einer berühmten Kaskaden- und Fontänenanlage in Hanglage, deren vergoldete, wasserspeiende Bronzeskulpturen zu den bekanntesten Wahrzeichen des Landes zählen. Wer weitere lohnende Ziele am Ostseeraum sucht, findet in der Übersicht der Städte und Regionen an der Ostsee zahlreiche Anregungen.

Warum gilt die Stadt als Venedig des Nordens?

Sankt Petersburg trägt den Beinamen „Venedig des Nordens“, weil sie wie ihr italienisches Vorbild auf dem Wasser gebaut ist. Die Stadt erstreckt sich über zahlreiche durch Kanäle verbundene Inseln im Newa-Delta; statt einer einfachen Anordnung von Straßenzügen durchziehen Wasserläufe, Grachten und Flussarme das Zentrum. Über sie spannt sich eine Vielzahl von Brücken, die das Stadtbild prägen und einzelne Stadtteile miteinander verknüpfen. Wer durch die Innenstadt geht, quert immer wieder Wasser, und viele der prächtigen Fassaden spiegeln sich in den Kanälen.

Dieser Charakter ist kein Zufall, sondern Ergebnis der Planung: Die Stadt wurde am Reißbrett entworfen und in das sumpfige Schwemmland der Newa-Mündung gesetzt, wobei Kanäle zugleich der Entwässerung, dem Transport und der Gliederung dienten. Die früh mit Granit befestigten Ufer und die geschwungenen Uferpromenaden verstärken den Eindruck einer durch und durch maritimen Stadt. Im Zusammenspiel mit den klassizistischen und barocken Palästen entsteht jenes Bild aus Wasser, Stein und Licht, das Sankt Petersburg den Vergleich mit Venedig eingebracht hat. Wie eng die Stadt mit ihrem Umland und dem übrigen Land verflochten ist, zeigt das Länderporträt Russland als Ostsee-Anrainerstaat.

Wann ist die beste Reisezeit für Sankt Petersburg?

Die beliebteste Reisezeit für Sankt Petersburg ist der Sommer, vor allem die Wochen rund um die Sommersonnenwende, wenn die Stadt die berühmten Weißen Nächte erlebt. In dieser Zeit geht die Sonne kaum unter, die Dämmerung zieht sich über die ganze Nacht, und es wird nie richtig dunkel. Diese Wochen gelten als Höhepunkt des Jahres: Die Parks und Uferpromenaden sind belebt, das Wetter ist am mildesten, und Schlösser wie Peterhof zeigen sich mit ihren Wasserspielen von der schönsten Seite. Entsprechend ist der Hochsommer auch die ausgeprägteste Hauptsaison mit den meisten Besuchern.

Außerhalb des Sommers wird es in der nördlichen Lage rasch kühler und dunkler. Frühling und Frühherbst bieten als Übergangszeiten oft angenehmes Reisewetter mit weniger Andrang, während die Tage im Winter sehr kurz und die Temperaturen niedrig sind. Wer die Stadt vor allem wegen ihrer Museen, Theater und Konzerthäuser besucht, kann allerdings ganzjährig anreisen, da das kulturelle Programm nicht an die Jahreszeit gebunden ist. Wie sich das Reisewetter im gesamten Ostseeraum über das Jahr verteilt, erläutert die Seite zum Klima und Wetter an der Ostsee.

Wie kommt man nach Sankt Petersburg?

Sankt Petersburg ist als bedeutender Verkehrsknotenpunkt auf mehreren Wegen erreichbar, wobei für die Einreise nach Russland in der Regel ein Visum erforderlich ist. Der wichtigste Zugang aus der Luft ist der Flughafen Pulkowo südlich der Innenstadt, der von Linienverbindungen angeflogen wird. Auf der Schiene bestehen traditionsreiche Eisenbahnverbindungen, die die Stadt mit Moskau, Helsinki, Kaliningrad und weiteren Zielen verknüpfen; mehrere Kopfbahnhöfe im Zentrum dienen jeweils einer Himmelsrichtung. Über das Straßennetz ist die Stadt an Fernstraßen und Umgehungen angebunden.

Eine Besonderheit ist die Anbindung über das Wasser: Als östlichster großer Ostseehafen ist Sankt Petersburg vom Schiffsverkehr im Ostseeraum gut erschlossen. Fähr- und Kreuzfahrtverbindungen stellen die Verbindung zu Hafenstädten wie Stockholm, Helsinki, Kiel und Rostock her, und viele Gäste erreichen die Stadt im Rahmen einer Ostsee-Kreuzfahrt beim Landgang. Über die Newa und ein System schiffbarer Kanäle bestehen zudem Binnenverbindungen ins russische Hinterland. Innerhalb der Stadt sorgen eine tief gebaute Metro, ein dichtes Netz aus Bussen, Trolleybussen und Straßenbahnen sowie Sammeltaxis für die Fortbewegung. Anregungen für die weitere Planung einer Reise in den Ostseeraum bietet der Bereich Reise und Tourismus an der Ostsee.

Warum heißt Sankt Petersburg „Venedig des Nordens“?
Weil die Stadt im Newa-Delta auf zahlreichen, durch Kanäle und Flussarme getrennten Inseln liegt, die mit vielen Brücken verbunden sind. Das Zusammenspiel aus Wasserläufen, Uferpromenaden und barocken Palästen erinnert an Venedig und gab der Stadt diesen Beinamen.
Wer hat Sankt Petersburg gegründet?
Die Stadt wurde 1703 von Zar Peter dem Großen gegründet. Er ließ sie am Reißbrett planen und in dem sumpfigen Schwemmland der Newa-Mündung errichten, um Russland einen Zugang zur Ostsee zu sichern. Schon kurz darauf wurde sie zur Hauptstadt des Russischen Reiches.
Was sind die Weißen Nächte?
Die Weißen Nächte sind die Wochen rund um die Sommersonnenwende, in denen es aufgrund der nördlichen Lage Sankt Petersburgs nachts kaum dunkel wird. Die anhaltende Dämmerung macht diese Zeit zur beliebtesten Reisesaison der Stadt.
Welches ist das bekannteste Museum der Stadt?
Die Eremitage im ehemaligen Winterpalast der Zaren zählt zu den größten und ältesten Kunstmuseen der Welt und ist das bekannteste Museum Sankt Petersburgs. Daneben lohnen das Russische Museum sowie die Isaakskathedrale einen Besuch.

Sankt Petersburg verbindet kaiserliche Pracht, Kanalromantik und maritime Lage zu einem der eindrucksvollsten Kulturziele am östlichen Rand der Ostsee. Wer die ehemalige Zarenstadt mit weiteren Häfen, Inseln und Küstenorten zu einer Rundreise verbinden möchte, findet im Überblick zu Reise und Tourismus an der Ostsee sowie unter den Städten und Regionen am Ostseeraum die passenden Ausgangspunkte für die Planung.