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Klaipeda

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Klaipeda, das frühere Memel, ist der einzige Seehafen Litauens und liegt im äußersten Westen des Landes an der Mündung des Kurischen Haffs in die Ostsee. Die deutsch geprägte Hafenstadt ist das Tor zur Kurischen Nehrung, einem UNESCO-Welterbe, und nach Nida – mit Fachwerk-Altstadt, Skulpturenpark und ganzjährig eisfreiem Hafen.

EckdatenKlaipeda
LandLitauen (westlichste Stadt des Landes)
Früherer NameMemel (deutsch geprägt)
BedeutungEinziger und wichtigster Seehafen Litauens, ganzjährig eisfrei
LageAn der Mündung des Kurischen Haffs in die Ostsee
Tor zuKurische Nehrung (UNESCO-Welterbe) und Badeort Nida
WahrzeichenFachwerk-Altstadt, Simon-Dach-Springbrunnen, Skulpturenpark
AnbindungFähren nach Deutschland, Dänemark und Schweden; Flughafen Palanga

Wo liegt Klaipeda?

Klaipeda liegt im äußersten Westen Litauens, dort wo das Kurische Haff über ein schmales Sund in die offene Ostsee übergeht. Die Stadt ist damit der einzige Zugang Litauens zum Meer und zugleich die westlichste größere Stadt des Landes. Von der Hauptstadt Wilna (Vilnius) im Südosten ist Klaipeda mehrere Hundert Kilometer entfernt; bequemer erreichbar ist das nahe Hafen- und Industriezentrum Kaunas über die Autobahn.

Geografisch sitzt Klaipeda an einer Schlüsselstelle der südöstlichen Ostsee. Südlich der Stadt erstreckt sich die schmale, fast hundert Kilometer lange Landzunge der Kurischen Nehrung, die das flache Haff vom offenen Meer trennt. Über das Haff mündet die Memel als einer der großen Ostsee-Zuflüsse, der der Stadt einst ihren deutschen Namen gab. Nach Süden hin liegt jenseits der Grenze die russische Exklave um Kaliningrad, das frühere Königsberg; nach Norden reiht sich die lettische Küste mit der Metropole Riga an. Diese Lage am Schnittpunkt mehrerer Kulturräume hat Klaipeda über Jahrhunderte geprägt – als umkämpfter Vorposten ebenso wie als Drehscheibe des Ostseehandels. Sein ganzjährig eisfreier Hafen macht ihn bis heute zum bedeutendsten maritimen Tor des Landes und zu einem festen Anlaufpunkt für Fracht-, Fähr- und Kreuzfahrtschiffe.

Welche Sehenswürdigkeiten hat Klaipeda?

Das Herzstück Klaipedas ist die malerische Altstadt mit ihren Fachwerkbauten, die sich rund um den historischen Hafen und das Flüsschen Dane gruppiert. Die niedrigen Speicher- und Bürgerhäuser, das enge Gassennetz und die Kopfsteinpflasterplätze erinnern bis heute an die hanseatisch-deutsche Vergangenheit der Stadt als Memel. Der Neustadt aus dem 19. Jahrhundert mit ihren breiteren Straßenzügen steht dieses gewachsene Altstadtensemble reizvoll gegenüber.

Als Wahrzeichen gilt der Simon-Dach-Springbrunnen am Theaterplatz mit der Figur des „Ännchen von Tharau“, die an den aus der Region stammenden Barockdichter erinnert. Über die ganze Innenstadt verteilt ist der Skulpturenpark sehenswert: zahlreiche Bronze- und Steinfiguren – von magischen Tieren bis zu literarischen Gestalten – machen das Bummeln durch Klaipeda zu einer kleinen Entdeckungsreise. Nahe der Flussmündung liegt das ehemalige Segelschulschiff „Meridianas“, das heute als schwimmendes Restaurant und Fotomotiv dient. Wer tiefer in die maritime Welt eintauchen möchte, findet im Bereich der ehemaligen Festungsanlagen ein Meeresmuseum mit Aquarien. Die wechselvolle Vergangenheit der Stadt – vom Deutschen Orden über die preußische Zeit bis zur Eingliederung in Litauen – lässt sich vor Ort an vielen Bauten ablesen; einen Überblick über die großen Linien der Region gibt die Geschichte des Ostseeraums.

Wie erreicht man die Kurische Nehrung?

Die Kurische Nehrung erreicht man von Klaipeda aus mit der Fähre über den schmalen Sund, denn die Landzunge beginnt direkt gegenüber der Stadt. Mehrmals täglich verkehren Personen- und Autofähren auf die Nehrung, von wo aus eine Straße südwärts durch Dünen und Kiefernwälder führt. Die Kurische Nehrung gehört wegen ihrer Wanderdünen und ihrer einzigartigen Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe und ist eines der eindrucksvollsten Naturziele der gesamten Ostsee.

Beliebtestes Ausflugsziel auf der Nehrung ist Nida, ein traditionsreicher Fischerort mit reetgedeckten Häusern, dem berühmten Sonnenuhren-Kalender und hohen Sandbergen, die teils zu den höchsten Wanderdünen Europas zählen. In Nida lässt sich auch das ehemalige Sommerhaus des Schriftstellers Thomas Mann besichtigen, der die Landschaft als „verzaubert“ beschrieb und hier mehrere Sommer verbrachte. Die Fahrt über die Nehrung führt durch geschützte Naturräume mit Wäldern, Mooren und stillen Haffufern, in denen sich im Frühjahr und Herbst Zugvögel sammeln. Klaipeda ist damit der natürliche Ausgangspunkt für jeden Besuch dieses Welterbes. Wer Strand und Seebad sucht, fährt zudem leicht nach Palanga nördlich der Stadt – dem wichtigsten Badeort Litauens mit langem Sandstrand und Kurpromenade.

Wann ist die beste Reisezeit für Klaipeda?

Die beste Reisezeit für Klaipeda sind die Sommermonate von Juni bis August, wenn an der litauischen Ostseeküste die längsten und wärmsten Tage herrschen. Dann zeigt sich die Region von ihrer freundlichsten Seite: milde Temperaturen, lange Helligkeit bis in den späten Abend und eine Ostsee, die im Hochsommer zumindest in Ufernähe zum Baden einlädt. Auch Strandtage in Palanga und Wanderungen über die Dünen der Kurischen Nehrung sind in dieser Zeit am schönsten.

Wie überall an der südöstlichen Ostsee ist das Klima von kühlen Wintern und gemäßigten Sommern geprägt. Der Vorteil Klaipedas: Sein Hafen bleibt in der Regel das ganze Jahr eisfrei, sodass Schiffsverkehr und Fährbetrieb auch in der kalten Jahreszeit durchlaufen. Wer Städtereise und Kultur in den Vordergrund stellt, findet im Spätfrühling und Frühherbst angenehme Bedingungen bei deutlich ruhigerem Betrieb in der Altstadt. Die Hauptsaison mit den meisten Besuchern, geöffneten Strandlokalen und einem vollen Veranstaltungskalender – darunter das traditionsreiche Meeresfest – konzentriert sich klar auf den Hochsommer.

Wie kommt man nach Klaipeda?

Nach Klaipeda gelangt man am bequemsten über den nahe gelegenen Flughafen Palanga, der nur wenige Kilometer nördlich der Stadt liegt und über eine gut ausgebaute Straße angebunden ist. Für Reisende von der deutschen Ostseeküste ist außerdem die Fähre eine attraktive Option: Klaipeda ist über regelmäßige Fährverbindungen mit Deutschland verbunden, unter anderem ab Kiel sowie ab dem Fährhafen Mukran bei Sassnitz auf Rügen, dazu kommen Linien nach Dänemark und Schweden.

Innerhalb Litauens ist Klaipeda über die Autobahn mit Kaunas und der Hauptstadt Wilna verbunden, und auch das Eisenbahnnetz stellt eine Bahnverbindung in die Landesmitte her. Fernbusse fahren nach Wilna, Riga, in die Region um Kaliningrad sowie zu zahlreichen Zielen in Polen und Deutschland. In der Stadt selbst sorgen Busse und Linientaxis für den öffentlichen Nahverkehr. In den vergangenen Jahren hat sich Klaipeda zudem zu einem beliebten Anlaufpunkt für Kreuzfahrten entwickelt: Mehrere Reedereien steuern den Hafen an, sodass die Stadt auch vom Wasser aus bequem erreichbar ist.

Warum heißt Klaipeda früher Memel?
Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden geprägt und trug über Jahrhunderte den deutschen Namen Memel, benannt nach dem gleichnamigen Fluss. Bis zum frühen 20. Jahrhundert gehörte sie zu Preußen, ihre Altstadt ist bis heute deutsch-hanseatisch geprägt. Der heutige Name Klaipeda ist die litauische Bezeichnung.
Ist Klaipeda für eine Städtereise geeignet?
Ja. Klaipeda eignet sich gut für eine Kurz- oder Städtereise: Die kompakte Fachwerk-Altstadt, der Skulpturenpark, der historische Hafen und die unmittelbare Nähe zur Kurischen Nehrung und zum Badeort Palanga lassen sich gut an einem verlängerten Wochenende verbinden.
Gehört die Kurische Nehrung zum UNESCO-Welterbe?
Ja. Die Kurische Nehrung steht wegen ihrer Wanderdünen und ihrer durch den Menschen geformten Kulturlandschaft auf der UNESCO-Welterbeliste. Klaipeda ist der wichtigste Ausgangspunkt für einen Besuch, da die Nehrung direkt gegenüber der Stadt beginnt und per Fähre erreichbar ist.
Kann man von Deutschland mit der Fähre nach Klaipeda fahren?
Ja. Klaipeda ist über Fährlinien mit Deutschland verbunden, unter anderem ab Kiel und ab Mukran/Sassnitz auf Rügen, dazu bestehen Verbindungen nach Dänemark und Schweden. Der Hafen ist in der Regel ganzjährig eisfrei, sodass der Fährbetrieb auch im Winter läuft.

Klaipeda verbindet maritime Geschichte, deutsch-litauisches Erbe und einzigartige Natur an einem Ort – ein lohnendes Ziel zwischen den Hansestädten der westlichen Ostsee und den baltischen Hauptstädten. Lust auf mehr? Entdecken Sie weitere Ostsee-Städte und Regionen, lesen Sie über Litauen als Ostsee-Anrainerstaat und planen Sie Ihre Reise an die Ostsee – ob als Kurztrip nach Klaipeda oder als große Rundreise rund um das Meer.