Greifswald ist eine alte Hanse- und Universitätsstadt in Mecklenburg-Vorpommern, die am Fluss Ryck unweit des Greifswalder Boddens liegt. Die backsteingotische Altstadt, die 1456 gegründete Universität und die Klosterruine Eldena prägen das Stadtbild. Berühmt wurde Greifswald als Geburtsort des Malers Caspar David Friedrich.
| Eckdaten | Greifswald |
|---|---|
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern (Vorpommern) |
| Status | Kreisfreie Universitäts- und Hansestadt |
| Lage | Am Fluss Ryck nahe dem Greifswalder Bodden |
| Wahrzeichen | Backsteingotik, Marktplatz, Klosterruine Eldena |
| Bekannt für | Caspar David Friedrich, alte Universität (1456) |
| Nahe Ziele | Inseln Usedom und Rügen, Ostseeküste |
| Hanse-Beitritt | 1278 |
Wo liegt Greifswald?
Greifswald liegt im Nordosten Deutschlands, in der Region Vorpommern des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, am Fluss Ryck nur wenige Kilometer von der Ostsee entfernt. Der Ryck mündet bei dem Stadtteil Wieck in den Greifswalder Bodden, eine flache, geschützte Meeresbucht der südlichen Ostsee. Über diese Lage am Wasser war die Stadt seit dem Mittelalter mit dem Seehandel verbunden, ohne unmittelbar an der offenen Küste zu liegen.
Die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt für die vorpommersche Küste: Zwei der bekanntesten Reiseziele der deutschen Ostsee liegen in direkter Nachbarschaft. Die Sonneninsel Insel Usedom mit ihren langen Sandstränden und Kaiserbädern erreicht man in kurzer Fahrt nach Osten, die Kreidefelsen und Steilküsten der Insel Rügen liegen nach Nordwesten ebenso nah. Damit verbindet Greifswald städtisches Leben mit dem Zugang zu den großen Naturlandschaften der vorpommerschen Boddenküste.
Welche Sehenswürdigkeiten hat Greifswald?
Greifswalds wichtigste Sehenswürdigkeiten sind die backsteingotische Altstadt mit dem Marktplatz, die drei großen Backsteinkirchen und die malerische Klosterruine Eldena am Stadtrand. Weil Greifswald sich 1945 kampflos ergab, blieb die historische Altstadt weitgehend unzerstört und konnte nach der Wiedervereinigung umfassend restauriert werden.
Im Zentrum bildet der weite Marktplatz das Herz der Stadt. Ihn umgeben prächtige spätgotische Giebelhäuser und das Rathaus, deren leuchtend roter Backstein die typische norddeutsche Stadtgeschichte der Hansezeit erlebbar macht. Über den Dächern erheben sich die drei großen Backsteinkirchen, deren Türme das Stadtbild seit Jahrhunderten bestimmen und im Volksmund liebevolle Spitznamen tragen.
Am Rand der Stadt liegt die Klosterruine Eldena, die Ruine einer mittelalterlichen Zisterzienserabtei. Ihre efeubewachsenen Backsteinbögen gelten als eines der eindrucksvollsten Wahrzeichen der Region und wurden durch die Gemälde Caspar David Friedrichs weltberühmt. Besucher können hier auf den Spuren des Malers wandeln und Originalschauplätze seiner Werke erleben.
Sehenswert ist außerdem das barocke Hauptgebäude der Universität, ein eleganter Bau, der von der langen akademischen Tradition der Stadt zeugt. Das Pommersche Landesmuseum bündelt die Kunst- und Kulturgeschichte der Region unter einem Dach und macht die wechselvolle Vergangenheit Vorpommerns anschaulich. Wer den Hafen besucht, sieht im Stadtteil Wieck die historische hölzerne Klappbrücke und traditionelle Fischerhäuser am Ryck.
Was prägt Greifswald?
Greifswald prägen vor allem zwei Kräfte: die alte Universität und das Erbe der Hanse. Die Stadtgründung geht vermutlich auf das Kloster Eldena zurück; 1278 trat Greifswald der Hanse bei und gehörte damit zum mächtigen Städtebund, der den Handel im Ostseeraum über Jahrhunderte beherrschte. Diese kaufmännische Blüte legte den Grundstein für den Wohlstand, von dem die Backsteinbauten der Altstadt noch heute erzählen.
Die zweite prägende Kraft ist die 1456 gegründete Universität, eine der ältesten im gesamten Ostseeraum. Sie macht Greifswald bis heute zu einer ausgesprochen jungen Stadt: Tausende Studierende bestimmen das Bild auf dem Boulevard, in den Straßencafés und in den historischen Kellern und Hinterhöfen der Altstadt. Diese Mischung aus altehrwürdiger Bausubstanz und lebendigem studentischem Leben gibt der Stadt eine weltoffene, internationale Atmosphäre.
Untrennbar verbunden ist Greifswald mit Caspar David Friedrich, dem bedeutendsten Maler der deutschen Romantik, der hier 1774 geboren wurde. Seine Bilder der Klosterruine Eldena und der vorpommerschen Landschaft trugen den Namen der Stadt in die Kunstgeschichte. Bewegte Jahrhunderte hinterließen ebenfalls ihre Spuren: 1648 kam Greifswald an Schweden, 1815 an Preußen; nach 1990 fiel die Stadt an das neu errichtete Land Mecklenburg-Vorpommern. Diese Schichten europäischer Ostsee-Geschichte sind in der Stadt bis heute spürbar.
Wann ist die beste Reisezeit für Greifswald?
Die beste Reisezeit für Greifswald sind die Monate von Mai bis September, wenn an der vorpommerschen Ostseeküste mildes Wetter und lange Tage für angenehme Bedingungen sorgen. Im Hochsommer locken Strandtage am nahen Bodden und auf den vorgelagerten Inseln, während Stadt und Hafen dann am lebendigsten sind.
Wie überall an der Ostsee herrscht ein gemäßigtes Küstenklima: Die Sommer sind angenehm warm, selten drückend heiß, und werden oft von einer frischen Seebrise begleitet. Das Frühjahr und der frühe Herbst eignen sich gut für ruhigere Städtereisen, Spaziergänge entlang des Rycks und Ausflüge zur Klosterruine, da es dann weniger voll ist. Der Winter ist kühl, windig und ruhig, hat mit den festlich geschmückten Backsteingassen aber einen eigenen, stimmungsvollen Reiz. Mehr zu Wind und Wassertemperaturen der Region bietet der Überblick zu Klima und Wetter an der Ostsee.
Wie kommt man nach Greifswald?
Greifswald ist gut über Straße und Schiene erreichbar und an das überregionale Verkehrsnetz angebunden. Die Stadt verfügt über leistungsfähige Straßen- und Autobahnanbindungen in Richtung Rostock, Hamburg und Berlin; die Bundesstraße 96 zwischen Stralsund und Greifswald ist über einen Zubringer mit der Autobahn A20 verbunden.
Mit der Bahn liegt Greifswald an der Strecke entlang der vorpommerschen Küste, sodass die Stadt bequem ohne Auto zu erreichen ist. Für Ausflüge auf die Inseln stehen mehrere Wege offen: Von Stahlbrode bei Greifswald verkehrt eine Autofähre zur Insel Rügen, deren Hauptverbindung ansonsten über den Rügendamm bei Stralsund führt. Die Insel Usedom erreicht man über die östlichen Brücken bei Wolgast. Wer von hier aus weiter an die Küste reisen möchte, findet einen Überblick über die wichtigsten Ziele unter Städte und Regionen der Ostsee.
In welchem Bundesland liegt Greifswald?
Warum ist Greifswald mit Caspar David Friedrich verbunden?
Was ist die Klosterruine Eldena?
Welche Inseln liegen in der Nähe von Greifswald?
Greifswald verbindet jahrhundertealte Backsteingotik mit dem Schwung einer jungen Universitätsstadt und liegt zugleich ideal für Strandtage an der Ostsee. Wer den Aufenthalt mit Urlaub an der Küste verbinden möchte, findet weitere Anregungen und Reiseideen unter Reise und Tourismus an der Ostsee.