Fischland-Darß-Zingst ist die Halbinsel zwischen Ostsee und Boddenkette in Mecklenburg-Vorpommern: Der größte Teil gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dessen 786 Quadratkilometer sich bis Hiddensee und Rügen erstrecken. Ein 14 Kilometer langer Weststrand, ein Wald von mehr als 5.000 Hektar und der Leuchtturm Darßer Ort prägen den Norden. Diese Seite stellt Landschaft, Schutzgebiet, Strand, Leuchtturm und die Bodden vor.
| Eckdaten | Fischland-Darß-Zingst |
|---|---|
| Lage | Mecklenburg-Vorpommern, zwischen Ostsee und Darß-Zingster Boddenkette |
| Urlaubsorte | Ahrenshoop, Born auf dem Darß, Dierhagen, Prerow, Wieck am Darß, Wustrow, Zingst und weitere |
| Nationalpark | Vorpommersche Boddenlandschaft, gegründet am 1. Oktober 1990, 786 Quadratkilometer |
| Darßwald | mehr als 5.000 Hektar, ohne Siedlungen |
| Darßer Weststrand | rund 14 Kilometer Sandstrand |
| Leuchtturm Darßer Ort | Backsteinturm von 1847/48, in Betrieb seit 1849, etwa 36 Meter hoch |
| Boddenküste | 195,5 Quadratkilometer |
Was gehört zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst?
Die Halbinsel trennt die offene Ostsee von der Darß-Zingster Boddenkette. Zwölf Urlaubsorte verteilen sich auf der Halbinsel und im Umland: Ahrenshoop, Barth, Born auf dem Darß, Dierhagen, Graal-Müritz, Prerow, Ribnitz-Damgarten, Wieck am Darß, Wustrow, Zingst sowie die Südliche Boddenküste und die Vogelparkregion Recknitztal. Ribnitz-Damgarten trägt den Beinamen Bernsteinstadt.
Der größte Teil der Halbinsel besteht aus dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Orte liegen eingebettet zwischen Strand, Wald und Wasser, und zu den Traditionen der Region zählen die Zeesbootregatten im Sommer und das Tonnenabschlagen. Wer die Küste auf dem Fahrrad erkunden möchte, kann hier Etappen des Ostseeküsten-Radwegs fahren. Weiter östlich schließen sich Hiddensee und Rügen an, und Stralsund liegt am Ende der Boddenkette.
Was ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft?
Der Nationalpark wurde zum 1. Oktober 1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR ausgewiesen. Mit 786 Quadratkilometern, das sind 78.600 Hektar, ist er der größte Nationalpark Mecklenburg-Vorpommerns und der drittgrößte Deutschlands. Von West nach Ost erstreckt sich die Inselkette über etwa 60 Kilometer, vom Darß bis zur Halbinsel Bug auf Rügen. Zum Park gehören unter anderem Darßwald, Darßer Ort, Zingst mit der Hohen Düne, Hiddensee, Ummanz und die Sundische Wiese.
Wasser dominiert: Ungefähr die Hälfte der Fläche ist offene Ostsee, mehr als ein Viertel entfällt auf die Boddengewässer der Darß-Zingster Boddenkette und der Westrügener Bodden. Insgesamt machen Ostsee und Bodden mehr als 80 Prozent des Parks aus. In einem Nationalpark hat die Natur Vorrang, deshalb bleiben menschliche Eingriffe und Störungen so gering wie möglich. Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde, die Bodden sind ihre Lagunen mit schilfbestandenen Ufern.
Lebensräume im Überblick
Der Park ist ein Mosaik aus Wasser und Land. Zu den Lebensräumen zählen Strände, Dünen und Strandwälle, Heide mit Glockenheide, die im Spätsommer und Herbst blüht, Windwatten zwischen Zingst und Hiddensee, die sich über mehrere Kilometer erstrecken, Steilufer am Darßer Weststrand, Röhrichte an den Boddenufern, gepflegte Salzwiesen für Brutvögel, nährstoffarme Magerrasen, Wälder und Moore wie der Erlenbruch. Die Pflanzenwelt reicht von Trockenrasen auf Dünen über Salzpfannen mit weißen Salzkrusten und Flechten bis zu Seegraswiesen am Meeresboden und Queller in den Lagunen.
Der Neudarß ist eines von acht Nationalen Geotopen in Mecklenburg-Vorpommern, in ganz Deutschland gibt es 150. Er umfasst das junge Land im Norden der Halbinsel, das durch die Küstendynamik entstanden ist. Wasser und Wind formen die Landschaft hier bis heute weiter. Auch im Wald zeigt sich das: Ein Buchenwald wächst auf einer ehemaligen Düne, wo der Wandel im Kleinen abläuft, und im Erlenbruch zeigt sich ein Moor, das weder ganz Wasser noch ganz Land ist.

Was macht den Darßwald besonders?
Der Darßwald, auch Darßer Urwald genannt, erstreckt sich über mehr als 5.000 Hektar an der Westküste der Halbinsel. Er reicht im Süden bis Ahrenshoop und im Norden bis zum Darßer Ort. Innerhalb des Waldes gibt es keine Siedlungen. Prägend ist die Buche, daneben wachsen Fichte, Eibe, Lärche und Douglasie. Der ungewöhnlich geformte Buchenbestand erinnert an die frühere Nutzung als Weide.
Die natürliche Verjüngung leidet unter dem hohen Bestand an Rothirschen und Rehen und unter ausgedehnten Adlerfarnflächen. Der Rothirsch ist trotzdem eine der großen Attraktionen: Die Hirschbrunft im Herbst gehört zu den Wildtierereignissen der Boddenlandschaft. Ein dichtes Netz aus Wander-, Rad-, Reit- und Kutschwegen erschließt den Wald. Am Darßer Ort führt ein Rundweg auf Bohlen durch ein feuchtes Gebiet und hat zwei Aussichtsplattformen. Moorwälder wie der Erlenbruch zeigen, dass auf der Halbinsel Wasser und Land eng verzahnt sind.
Wie ist der Darßer Weststrand?
Der Darßer Weststrand zieht sich über rund 14 Kilometer feinen Sandstrand nordwestlich von Ahrenshoop bis zum Darßer Ort, dem nördlichsten Punkt der Halbinsel. Er grenzt an den Darßwald. Wilde Pflanzen, umgestürzte Bäume und unberührte Dünen prägen das Bild. Der gesamte Strand ist als FKK-Strand ausgewiesen, Hunde dürfen ganzjährig frei laufen.
Die Wellen haben am Weststrand kleine Steilufer geformt. Die Küste ist hier in ständiger Bewegung, das junge Land am Darßer Ort ist ein Ergebnis dieser Küstendynamik. Wer mit Hund anreist, findet weitere Hinweise auf der Seite zu Ostsee mit Hund.
Was gibt es am Leuchtturm Darßer Ort zu sehen?
Am nördlichen Zipfel der Halbinsel, bei Prerow, steht der Leuchtturm Darßer Ort. Der etwa 36 Meter hohe Turm aus rotem Backstein wurde 1847/48 errichtet und 1849 in Betrieb genommen. Er ist eines der ältesten Seefeuer an der deutschen Ostseeküste und warnt vor den Untiefen der Darßer Schwelle. Nach der Grenzschließung 1961 war der Zutritt nicht mehr möglich, seit 1995 können Besucher die Aussichtsplattform wieder besteigen. Von oben reicht der Blick über den Nationalpark und das junge Küstenland des Darßer Ortes.
Direkt neben dem Turm liegt das Natureum Darßer Ort, rund fünf Kilometer westlich von Prerow in der Kernzone des Nationalparks. Es wurde ein Jahr nach der Gründung des Nationalparks als Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums Stralsund eingerichtet. Die Dauerausstellung ist im früheren Leuchtturmwärterhaus untergebracht. Sie zeigt Unterwasserleben der Ostsee in Aquarien, Dioramen von Waldtieren, Vogelpräparate sowie Informationen zu Landschaft, Küstendynamik und Bodden. Im Obergeschoss werden die Küsten rund um die Ostsee verglichen. Wechselausstellungen finden in einem kleinen früheren Petroleumbunker und im Hof statt, ein Museumscafé gehört dazu.
Von Prerow erreicht man den Leuchtturm mit dem Fahrrad, mit der Pferdekutsche oder zu Fuß. Die Darßbahn fährt bis zur Endhaltestelle Richtung Darßer Ort.

Wie groß sind die Bodden?
Der Name „Bodden“ hängt mit der geringen Tiefe zusammen, im Durchschnitt sind die Gewässer etwa zwei Meter tief. Das Wasser ist brackig, gespeist von Flüssen, Bächen und Meerwasser. In den Boddenketten wachsen Seegraswiesen, Algen, Muscheln, Krebse und Fische, die vielen Zugvögeln als Nahrung dienen. Die Boddenküste um Fischland-Darß-Zingst umfasst 195,5 Quadratkilometer.
Der Saaler Bodden mit dem Ribnitzer See ist mit 80,5 Quadratkilometern das größte Gewässer der Kette. Seine Tiefe liegt zwischen 0,7 und 3,7 Metern, die Recknitz mündet bei Ribnitz-Damgarten ein. Der Prerowstrom ist ein ruhiges Gewässer von bis zu etwa drei Metern Tiefe, in dem gelegentlich Kegelrobben auftauchen. Die Kegelrobbe ist das größte frei lebende Raubtier Deutschlands; zu ihr gilt ein Mindestabstand von 100 Metern. Der Zingster Strom ist rund drei Kilometer lang, stellenweise unter 100 Meter breit und bis zu sechs Meter tief. Der Barther Bodden misst etwa 19,4 Quadratkilometer bei 0,3 bis 3,0 Metern Tiefe. Der Grabow ist mit etwa 41,5 Quadratkilometern tief bis auf die Uferbereiche, sein nördlicher Teil ist zum Schutz der Tierwelt für den Verkehr geschlossen.
Am Ende der Kette trennt der Strelasund die Insel Rügen vom Festland bei Stralsund. Die Brücke über den Sund hat eine Durchfahrtshöhe für Schiffe von 42 Metern und wurde im Oktober 2007 fertiggestellt. Die Recknitz, die in den Saaler Bodden mündet, ist von Ribnitz-Damgarten bis Laage auf etwa 45 Kilometern befahrbar. Auf diesem Abschnitt liegen Wehre, die Boote passieren müssen. Auch die Trebel ist auf etwa 31 Kilometern von Tribsees bis zur Mündung in die Peene bei Demmin befahrbar. So reicht das Wassernetz der Boddenküste weit ins Binnenland.
Zeesboote, die traditionellen Fischerboote der Bodden, sind immaterielles Kulturerbe. Wer die Region auf dem Wasser erleben möchte, findet Fahrgastschiffe und Wassersportangebote, mehr dazu auf der Seite zum Wassersport.
Welche Tiere gehören zur Boddenlandschaft?
Zu den Säugetieren zählen Rothirsch, Wildschwein, Fuchs, Hase und Fischotter, dazu kommen verschiedene Insekten- und Amphibienarten. Die Lebensräume reichen vom Seegras am Meeresboden bis zum Wald, entsprechend vielfältig ist die Artenzusammensetzung. Seeadler, Kormorane und Kraniche prägen die Vogelwelt, die Brandseeschwalbe, die Bartmeise und die Nonnengans sind weitere Beispiele. Seit 1978 ist das Gebiet als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention von 1971 anerkannt, seit dem 14. Dezember 1992 ist der Nationalpark ein Europäisches Vogelschutzgebiet.
Auf den Inseln Bock und Werder im Grabow, die als Vogelschutzgebiete geschlossen sind, rasten Zehntausende Kraniche im Frühjahr und Herbst. Die Insel Kirr und die Barther Oie nordwestlich von Barth sind wichtige Brutgebiete. Alle Einzelheiten zum Kranichzug, zu Beobachtungsorten und Verhaltensregeln stehen auf der Seite Kraniche an der Boddenküste. Einen größeren Überblick über Pflanzen und Tiere bietet die Seite zu Flora und Fauna der Ostsee.
Häufige Fragen zu Fischland-Darß-Zingst
Wie groß ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft?
786 Quadratkilometer. Er wurde zum 1. Oktober 1990 ausgewiesen und ist der größte Nationalpark Mecklenburg-Vorpommerns.
Wie lang ist der Darßer Weststrand?
Rund 14 Kilometer. Er verläuft von Ahrenshoop bis zum Darßer Ort und ist ein FKK-Strand, an dem Hunde frei laufen dürfen.
Wann wurde der Leuchtturm Darßer Ort gebaut?
1847/48. In Betrieb ging er 1849, er ist etwa 36 Meter hoch.
Was ist das Natureum Darßer Ort?
Eine Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums Stralsund direkt am Leuchtturm. Die Ausstellung zeigt Ostseeleben, Waldtiere und Küstendynamik.
Wie tief sind die Bodden?
Im Durchschnitt etwa zwei Meter. Der Zingster Strom erreicht bis zu sechs Meter.