Saaremaa ist mit rund 2.900 km² die größte Insel Estlands und liegt der Rigaer Bucht vorgelagert am Übergang von Ostsee und Rigaischem Meerbusen. Bekannt ist sie für die mittelalterliche Bischofsburg im Hauptort Kuressaare, den Kaali-Meteoritenkrater, ihre traditionellen Windmühlen und eine ruhige Wacholderlandschaft mit Kurort-Charakter.
| Eckdaten | Saaremaa |
|---|---|
| Zugehörigkeit | Estland (Ostsee/Rigaer Bucht) |
| Größe | größte Insel Estlands, rund 2.900 km² |
| Hauptort | Kuressaare (deutsch Arensburg) |
| Wahrzeichen | Bischofsburg Kuressaare, Kaali-Meteoritenkrater |
| Landschaft | Wacholderheiden, Windmühlen, Steil- und Flachküsten |
| Anreise | Damm nach Muhu, Fähre Virtsu–Kuivastu |
Wo liegt Saaremaa?
Saaremaa liegt im Westen Estlands in der Ostsee, der Rigaer Bucht vorgelagert, und bildet zugleich den Übergang vom offenen Meer zum Rigaischen Meerbusen. Mit einer Fläche von rund 2.900 Quadratkilometern ist sie die größte Insel Estlands und eine der größeren Inseln des gesamten Ostseeraums. Früher trug sie den deutschen Namen „Ösel“. Auf der Insel leben einige zehntausend Menschen, die meisten davon im Hauptort Kuressaare im Süden, der historisch auch Arensburg genannt wurde. Zweitgrößter Ort ist Orissaare im Nordosten, von wo aus die Verbindung zum estnischen Festland verläuft.
Geografisch gehört Saaremaa zum westestnischen Inselarchipel, das vor der Küste des Baltikums liegt. Die Insel selbst ist flach und gegliedert: Neben überwiegend steinigen, sanft ins Meer übergehenden Küstenstreifen gibt es auch markante Steilküsten, etwa die senkrecht abfallende Panga-Steilküste im Norden. Vorgelagerte Halbinseln und kleine Felseninseln runden das vielfältige Küstenbild ab. Unmittelbar im Osten schließt sich die kleinere Nachbarinsel Muhu an, die über einen befahrbaren Damm fest mit Saaremaa verbunden ist. Im Norden liegt mit Hiiumaa, der zweitgrößten Insel Estlands, eine weitere bedeutende Ostseeinsel, die per Schiffsverbindung erreichbar ist. Die Lage am Ostrand der Ostsee prägt die ganze Insel: Saaremaa ist flach, weit und vom Meer umschlossen, mit langen Küstenlinien, vorgelagerten Halbinseln und kleinen Felseninseln. Wer mehr über die geografischen Zusammenhänge im Norden des Meeres erfahren möchte, findet auf der Übersicht zu Estland als Ostsee-Anrainerstaat den größeren Rahmen.
Was kann man auf Saaremaa erleben?
Saaremaa verbindet eine zauberhafte Naturlandschaft mit gut erhaltenen historischen Bauten und einer geologischen Besonderheit, die es so kaum ein zweites Mal in Europa gibt. Das wohl bekannteste Bauwerk ist die Bischofsburg von Kuressaare, eine mittelalterliche Festung, die im 14. Jahrhundert vom Deutschen Orden errichtet wurde. Die quadratisch angelegte Burg mit ihren mächtigen Schutzwällen wird von einem hohen Turm überragt und beherbergt heute das Saaremaa-Museum. Sie zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen im gesamten Baltikum und ist das Wahrzeichen der Insel.
Ein zweiter Höhepunkt ist der Kaali-Meteoritenkrater unweit von Kuressaare, der in einem kleinen Waldstück liegt. Vor mehreren tausend Jahren schlug hier ein Meteorit ein und hinterließ einen runden Krater, der von einem hohen Erdwall umgeben ist und in dessen Tiefe sich ein stiller, grünlich schimmernder See gebildet hat. Im Umfeld des Haupteinschlags finden sich mehrere kleinere Nebenkrater. Um das Ereignis ranken sich seit jeher Mythen und Sagen der Einheimischen, und der Ort gilt als eine der eindrucksvollsten Naturerscheinungen der Insel.
Charakteristisch für das Landschaftsbild von Saaremaa sind außerdem die traditionellen Windmühlen. Besonders bekannt ist die Gruppe mehrerer Mühlen nebeneinander bei Angla im Norden der Insel; weitere gut erhaltene Exemplare stehen verstreut über das Land. Geschichtsinteressierte finden bei Valjala die Reste einer vorchristlichen Festung sowie die älteste Kirche der Insel, und in Pöide steht eine der ältesten und größten Steinkirchen Estlands. Über all dem liegt die ruhige Weite der Insel: tiefe Buchten, Dünen, Wacholderheiden und flache Strandseen. Im Westen stehen artenreiche Hochmoore und wichtige Brutplätze für viele Vogelarten unter Naturschutz, in den Küstengewässern leben Robben, und auf den Wiesen wachsen seltene Orchideenarten. Kuressaare selbst ist zudem ein traditioneller Kurort mit Moorbädern. Wer tiefer in die Lebensräume des Meeres eintauchen möchte, findet auf der Seite zur Natur der Ostsee weitere Hintergründe zu Flora und Fauna der Region.
Wann ist die beste Reisezeit für Saaremaa?
Die beste Reisezeit für Saaremaa sind die Sommermonate, wenn die Insel ihre langen, milden Tage zeigt und das Meer am wärmsten ist. Bedingt durch die Lage am Ostrand der Ostsee liegt Saaremaa in einer gemäßigten Klimazone mit ausgeprägtem Seeklima. Daraus ergeben sich vergleichsweise milde Winter und freundliche Sommer; die Nähe zum Meer sorgt allerdings für häufige Wetterwechsel und kräftige Winde, und der meiste Niederschlag fällt in den Herbst- und Wintermonaten.
Wer die Insel zum Baden, Wandern und für Besichtigungen erleben möchte, ist im Hochsommer am besten aufgehoben, wenn die Tage lang sind und die Natur in voller Blüte steht. Auch das Frühjahr und der frühe Herbst lohnen sich für Reisende, die Ruhe und milde Temperaturen schätzen und die größeren Sehenswürdigkeiten ohne Andrang erkunden möchten. Da Saaremaa insgesamt als ruhiges, naturnahes Ziel gilt und nicht zu den überlaufenen Ostsee-Destinationen zählt, bleibt sie auch in der Hauptsaison ein echter Geheimtipp für alle, die abseits der ausgetretenen Pfade reisen wollen. Wer Ruhe sucht, findet sie auf den weiten Wacholderheiden und an den einsamen Stränden fast das ganze Jahr über; wer Kultur und Kurbetrieb erleben möchte, ist im Sommerhalbjahr am besten aufgehoben, wenn Museen, Burg und Bäder in vollem Betrieb sind. Eine Übersicht zu Wetter, Saison und Aktivitäten an der gesamten Küste bietet der Bereich Reise und Tourismus an der Ostsee.
Wie kommt man nach Saaremaa?
Nach Saaremaa gelangt man in der Regel über die Nachbarinsel Muhu, die durch einen befahrbaren Damm fest mit Saaremaa verbunden ist. Die zentrale Verbindung zum estnischen Festland ist die Fährlinie zwischen dem Festlandhafen Virtsu und dem Hafen Kuivastu auf Muhu; von dort führt die Straße über den Damm direkt nach Saaremaa. Von Kuressaare aus verkehren mehrmals täglich kombinierte Bus- und Fährverbindungen in die estnische Hauptstadt sowie in weitere Städte des Festlands, sodass die Insel auch ohne eigenes Fahrzeug gut erreichbar ist.
Darüber hinaus bestehen Schiffsverbindungen zu umliegenden Inseln und über das Meer: Von den Häfen im Süden und Norden der Insel verkehren Fähren zu kleineren Nachbarinseln, zum benachbarten Hiiumaa sowie über die Ostsee in Richtung lettische Küste. Bei Roomassaare in der Nähe von Kuressaare gibt es zudem einen kleinen Flugplatz. Das Straßennetz der Insel ist solide ausgebaut, wenngleich in den dünn besiedelten Gebieten im Inselinneren und an den Rändern viele Strecken eine Kiesdecke tragen. Wer seinen Inselurlaub plant, findet im großen Überblick über die Inseln der Ostsee weitere Anregungen für Anreise und Routen.
Ist Saaremaa die größte Insel Estlands?
Was hat es mit dem Kaali-Krater auf sich?
Was ist die Bischofsburg in Kuressaare?
Eignet sich Saaremaa für einen ruhigen Natururlaub?
Saaremaa verbindet mittelalterliche Geschichte, eine spektakuläre Geologie und ruhige Natur zu einem der eigenständigsten Reiseziele der Ostsee. Wer seinen Urlaub auf den estnischen Inseln plant, kombiniert die Insel ideal mit dem Nachbarn Hiiumaa und findet alle weiteren Tipps für Unterkunft, Anreise und Aktivitäten im Bereich Reise und Tourismus an der Ostsee.