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Inseln der Ostsee

Öland

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Öland ist die zweitgrößte Insel Schwedens und liegt als langer, schmaler Streifen vor der schwedischen Ostküste in der Ostsee. Über die markante Ölandbrücke ist sie mit der Festlandstadt Kalmar verbunden. Berühmt ist Öland für die Karstlandschaft Stora Alvaret (UNESCO-Welterbe), unzählige alte Windmühlen, die Schlossruine Borgholm und die königliche Sommerresidenz Solliden.

EckdatenÖland
ZugehörigkeitSchweden (Provinz Kalmar län)
Größe / Formzweitgrößte schwedische Insel, lang und schmal
Flächerund 1.340 km²
Einwohneretwa 24.000
AnbindungÖlandbrücke von Kalmar über den Kalmarsund
UNESCO-WelterbeStora Alvaret (Karst- und Steppenlandschaft im Süden)
HauptortBorgholm

Wo liegt Öland?

Öland liegt als lange, schmale Insel vor der Südostküste Schwedens in der Ostsee und ist nach Gotland die zweitgrößte Insel des Landes. Vom Festland trennt sie der Kalmarsund, eine schmale Meerenge, an deren gegenüberliegendem Ufer die Stadt Kalmar liegt. Über diesen Sund spannt sich die Ölandbrücke, die die Insel direkt mit dem Festland verbindet – über Jahrzehnte galt sie als eines der längsten Brückenbauwerke Europas und ist bis heute das Tor zur Insel.

Geografisch ist Öland ein Streifen, der sich über mehr als hundert Kilometer von Norden nach Süden zieht, dabei aber nur wenige Kilometer breit ist. Die Insel ist im Kern eine flache Kalksteinplatte: Nach Westen, zum Kalmarsund hin, fällt das Land in einer deutlichen Geländekante, dem sogenannten Landborgen, vergleichsweise steil ab, während die Ostseite in sanften Küstenterrassen und langen Stränden zur offenen Ostsee ausläuft. Diese ungewöhnliche Form aus Kalkfels, Heide und Karst prägt das gesamte Landschaftsbild und macht Öland zu einer der eigenwilligsten Inseln im Ostseeraum. Verwaltungstechnisch gehört Öland zur Region rund um Kalmar und damit fest zu Schweden. Wer mehr über das Land hinter der Insel erfahren möchte, findet einen Überblick auf der Seite zum Anrainerstaat Schweden.

Was kann man auf Öland erleben?

Öland verbindet auf engem Raum einzigartige Natur, jahrtausendealte Geschichte und lebendige Kultur. Das landschaftliche Herzstück ist das Stora Alvaret im Süden – eine weite, baumarme Karst- und Steppenlandschaft auf nacktem Kalkstein, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Auf den ersten Blick wirkt das Alvar karg, doch auf dem dünnen Boden gedeiht eine erstaunlich reiche Flora: Im Frühsommer überziehen seltene Wildblumen und zahlreiche Orchideenarten die Fläche. Diese Mischung aus magerem Karstboden, Heide und kleinwüchsigem Gehölz ist für die Ostsee außergewöhnlich und macht das Eiland zu einem Ziel für Naturfreunde und Botaniker.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Südspitze der Insel. Rund um Ottenby liegt eines der bekanntesten Vogelparadiese Schwedens: Die Lage am Meer macht die Spitze zu einem wichtigen Rast- und Sammelplatz für ziehende Vögel, und im Frühjahr und Herbst beobachten Vogelfreunde hier große Schwärme auf ihrem Weg über die Ostsee. Viele Besucher kommen eigens wegen dieses ausgedehnten Vogelschutzgebiets auf die Insel. Die weiten, offenen Landschaften, die mageren Wiesen und die flachen Küstenabschnitte bieten zahlreichen Arten Lebensraum – Öland gilt damit als eines der lohnendsten Naturziele im gesamten Ostseeraum.

Das zweite Wahrzeichen sind die Windmühlen. Über die ganze Insel verstreut stehen Hunderte alter Holzmühlen, die früher zum Mahlen des Getreides dienten und heute das typische Öland-Bild prägen – besonders eindrucksvoll ist die Gruppe der Mühlen von Störlinge im Osten. Im warmen Licht des Sonnenuntergangs vor weitem Horizont zeigt die Insel ihre romantische Seite, und kaum ein Motiv steht so sehr für Öland wie eine alte Windmühle am Abendhimmel. Im Norden der Insel findet man außerdem bizarr verwitterte Kalkfelsen, sogenannte Rauksteine, wie man sie sonst vor allem von der Nachbarinsel kennt.

Auch Geschichtsinteressierte kommen auf Öland voll auf ihre Kosten. Die Insel ist übersät mit archäologischen Fundstätten: Gräberfelder, aufgerichtete Steinsäulen und Schiffssetzungen aus der Frühzeit zeugen von einer langen, ununterbrochenen Besiedlung. Durch ihre Lage an einer einst wichtigen Seestraße kam Öland im Mittelalter erhebliche Bedeutung zu, woran heute Burgen, Kirchen und alte Handelsorte wie Köping erinnern. Eindrucksvoll sind die alten Fliehburgen aus der Völkerwanderungszeit – Gråborg, Ismantorp und vor allem Eketorp, eine wiederaufgebaute Ringburg, die heute besichtigt werden kann und einen lebendigen Eindruck vom Leben hinter den steinernen Wällen vermittelt. Bei Borgholm thront die mächtige Schlossruine Borgholm, einst eine der größten Burganlagen Skandinaviens und nach Bränden zur Ruine geworden; ihre offenen Mauern bilden heute eine eindrucksvolle Kulisse für Konzerte und Veranstaltungen. Gleich nebenan liegt Schloss Solliden, die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie, deren weitläufiger Park mit seinen kunstvoll angelegten Gärten für Besucher geöffnet ist. Sehenswert sind zudem die mittelalterlichen Kirchen, etwa in Föra und Gärdslösa.

Öland hat seit jeher Künstler und Kunsthandwerker angezogen. Über die Insel verteilt laden offene Ateliers, Galerien und Kunstausstellungen zum Stöbern ein. Und auch kulinarisch lohnt sich der Besuch: Regionale Spezialitäten wie der herzhafte Öländer Speckeierkuchen (kroppkakor-ähnliche Gerichte und Eierkuchen mit Speck) oder Kartoffelklöße mit Speckfüllung gehören zu einem Aufenthalt dazu. Wer die Insel im größeren Zusammenhang erkunden möchte, findet weitere Anregungen im Überblick zur Natur der Ostsee und in der Übersicht der Inseln der Ostsee.

Wann ist die beste Reisezeit für Öland?

Die beste Reisezeit für Öland sind die Sommermonate, etwa von Juni bis August, wenn die Insel ihre volle Pracht entfaltet. Dann ist es am wärmsten, die Tage sind im hohen Norden besonders lang, und Strände, Naturreservate und Sehenswürdigkeiten lassen sich am angenehmsten erkunden. Im Sommer herrscht auf Öland reger Fremdenverkehr – die Insel zählt zu den beliebtesten Ferienzielen Schwedens, und vor allem im Hochsommer füllen sich die Ortschaften mit Urlaubern.

Wer die blühende Karstlandschaft des Stora Alvaret erleben möchte, reist idealerweise im späten Frühjahr und Frühsommer an, wenn Orchideen und Wildblumen in voller Blüte stehen. Vogelfreunde wählen das Frühjahr oder den Herbst, denn dann sind die großen Zugvogelschwärme unterwegs. Außerhalb der Hauptsaison wird es auf der Insel deutlich ruhiger; viele Wege und Strände lassen sich dann nahezu für sich allein genießen, allerdings ist das Angebot an Unterkünften und Gastronomie eingeschränkter. Wie überall im Ostseeraum sind die Sommer mild und die Winter eher kühl und windig; genauere Hinweise zum Wetter bietet die Seite zu Klima und Wetter der Ostsee.

Wie kommt man nach Öland?

Der bequemste Weg nach Öland führt über die Ölandbrücke. Sie verbindet die Insel direkt mit der Festlandstadt Kalmar und überspannt den schmalen Kalmarsund, sodass Öland mit dem Auto, Bus oder Fahrrad ohne Fähre erreichbar ist. Kalmar selbst ist gut an das schwedische Verkehrsnetz angebunden, sodass die Anreise mit Bahn und Bus bis ans Brückenufer und von dort weiter auf die Insel unkompliziert ist.

Auch über das Wasser ist Öland angebunden: Es bestehen Fährverbindungen, die unter anderem den Austausch mit der Insel Gotland und anderen Punkten der Region ermöglichen, und in der Saison wird die Insel zudem aus der Luft angeflogen. Wer mit dem eigenen Boot unterwegs ist, findet entlang der Küste mehrere Häfen. Auf der Insel selbst erschließt man Öland am besten mit dem Auto oder Fahrrad, denn die Sehenswürdigkeiten – von den Windmühlen über die Burgen bis zum Vogelschutzgebiet an der Südspitze – verteilen sich über die gesamte Länge des Eilands. Hintergründe zu den großen Verbindungswegen der Region liefert die Seite zu den Brückenbauten der Ostsee.

Ist Öland die größte Insel Schwedens?
Nein. Öland ist die zweitgrößte Insel Schwedens. Größer ist nur die benachbarte Ostseeinsel Gotland, die weiter draußen in der offenen Ostsee liegt.
Warum ist das Stora Alvaret UNESCO-Welterbe?
Das Stora Alvaret im Süden Ölands ist eine weite Karst- und Steppenlandschaft auf nacktem Kalkstein, die über Jahrtausende durch Beweidung geprägt wurde. Diese seltene Kulturlandschaft mit ihrer einzigartigen Flora wurde als „Landwirtschaftslandschaft Süd-Öland“ zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Wofür ist Öland besonders bekannt?
Öland ist berühmt für seine vielen alten Windmühlen, die Karstlandschaft Stora Alvaret, die Schlossruine Borgholm, die königliche Sommerresidenz Solliden und das große Vogelschutzgebiet an der Südspitze bei Ottenby.
Kann man Vögel auf Öland beobachten?
Ja. Die Südspitze der Insel mit dem Gebiet um Ottenby ist ein bekanntes Vogelparadies und ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel. Viele Besucher kommen eigens zum Beobachten der großen Vogelschwärme im Frühjahr und Herbst.

Wer den hohen Norden der Ostsee weiter entdecken möchte, plant seinen Aufenthalt am besten über die Übersicht zu Reise und Tourismus an der Ostsee – dort finden sich Anregungen für die Inselrunde von der Schlossruine Borgholm bis zum Vogelparadies an der Südspitze Ölands.