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Inseln der Ostsee

Hiddensee

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Hiddensee ist eine autofreie Insel westlich von Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, schmal und langgestreckt, mit den drei Hauptorten Vitte, Kloster und Neuendorf. Die einstige Künstlerinsel von Gerhart Hauptmann erreicht man ausschließlich per Fähre, vor Ort bewegt man sich zu Fuß, per Rad oder mit der Pferdekutsche.

EckdatumHiddensee im Überblick
Lagewestlich von Rügen, Mecklenburg-Vorpommern
Verkehrautofrei – kein privater Autoverkehr
HauptorteVitte, Kloster, Neuendorf (dazu Grieben)
NaturNationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
WahrzeichenLeuchtturm Dornbusch im Norden
Anreisenur per Fähre (ab Stralsund / Schaprode)
FortbewegungFahrrad, Pferdekutsche, Linienbus, zu Fuß

Wo liegt Hiddensee?

Hiddensee liegt westlich von Rügen in der Ostsee und gehört zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die schmale, langgestreckte Sandinsel zieht sich von Süden nach Norden und trennt das Vorpommersche Boddengewässer vom offenen Meer. Im Osten, zur Festlandseite hin, liegt das ruhige Boddenwasser mit der vorgelagerten Reede von Schaprode, während die Westküste zur eigentlichen Ostsee weist. Direkt gegenüber, nur durch einen schmalen Wasserarm getrennt, beginnt die größere Schwesterinsel Rügen, mit der Hiddensee historisch und touristisch eng verbunden ist.

Geografisch ist Hiddensee deutlich kleiner als ihre prominenten Nachbarn und gehört zu den überschaubaren Eilanden im deutschen Ostseeraum. Im Norden erhebt sich das sogenannte Dornbusch-Hochland mit der höchsten Erhebung der Insel, einer eiszeitlich geformten Steilküste, die sich auffällig vom flachen Süden abhebt. Genau diese Mischung aus bewaldetem Hügelland im Norden und langen Sandhaken im Süden macht den landschaftlichen Reiz aus. Wer einen Überblick über die ganze Inselwelt der Region sucht, findet ihn auf der Übersichtsseite zu den Inseln der Ostsee, die Hiddensee neben Usedom, Fehmarn und vielen anderen Eilanden einordnet.

Was macht Hiddensee besonders?

Das Besondere an Hiddensee ist die Kombination aus Autofreiheit, geschützter Natur und einem reichen künstlerischen Erbe – eine Idylle, die es in dieser Dichte an wenigen Orten der Ostsee gibt. Auf der gesamten Insel ist der private Autoverkehr untersagt; nur wenige Ausnahmen für Landwirtschaft, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Arzt sowie Ver- und Entsorgung sind zugelassen, und ein großer Teil dieser Fahrzeuge fährt elektrisch. Diese konsequente Verkehrsruhe prägt das Lebensgefühl: Statt Motorenlärm hört man Wind, Möwen und das Knirschen der Fahrradreifen auf den Wegen.

Hiddensee ist zudem eine Künstlerinsel mit langer Tradition. Untrennbar verbunden ist sie mit dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann, dem 1946 verstorbenen Dramatiker und Wegbereiter des naturalistischen sozialen Dramas mit Werken wie „Die Weber“ und „Rose Bernd“. Er ist im Ort Kloster begraben, wo das Gerhart-Hauptmann-Haus heute als Museum an ihn erinnert. Auf dem Inselfriedhof ruhen außerdem die Puppenfabrikantin Käthe Kruse und die Ausdruckstänzerin Gret Palucca, sodass Kloster mit Inselkirche, Friedhof und Hauptmann-Haus als das kulturelle Zentrum der Insel gilt.

Die drei Hauptorte haben dabei jeweils ihren eigenen Charakter. Vitte ist der zentral gelegene Hauptort und Mittelpunkt der Insel; hier steht mit dem Hexenhaus das älteste noch erhaltene Gebäude Hiddensees, dazu gibt es die markante „Blaue Scheune“, ein Zeltkino und die Seebühne. Kloster im Norden trägt seinen Namen vom ehemaligen Zisterzienserkloster, das vom 13. bis ins 16. Jahrhundert nahe dem heutigen Hafen lag und mit der Reformation aufgelöst wurde. Neuendorf im Süden ist das ruhigste der Dörfer, ein Reetdach-Ensemble mit malerischem Hafen; südlich davon schließt das für die Öffentlichkeit gesperrte Vogelschutzgebiet „Gellen“ an. Das kleine Dorf Grieben am östlichen Rand des Hochlandes gilt als ältester und kleinster Ort der Insel.

Naturräumlich gehört Hiddensee zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, einem der bedeutendsten Schutzgebiete an der deutschen Ostseeküste. Wer mehr über Dünen, Boddenufer, Salzwiesen und die Vogelwelt der Region erfahren möchte, findet vertiefende Informationen im Bereich Natur der Ostsee. Das nördliche Wahrzeichen der Insel ist der Leuchtturm Dornbusch, der auf der Anhöhe des Hochlandes steht, besichtigt werden kann und weite Ausblicke über Insel und Meer bietet. Charakteristisch ist auch, dass sich Hiddensee ständig verändert: Im Norden trägt die See an der Steilküste ab, im Süden lagert sie neuen Sand an – die Insel ist gewissermaßen in steter Bewegung.

Wann ist die beste Reisezeit für Hiddensee?

Die beste Reisezeit für Hiddensee sind die Monate von Mai bis September, wenn die Tage lang, die Temperaturen mild und die Fährverbindungen am dichtesten getaktet sind. Im Hochsommer locken die langen Sandstrände an der Westseite zum Baden, das Boddenwasser im Osten ist meist ruhiger und etwas wärmer. Da die Insel autofrei und überschaubar ist, lassen sich auch in der Hauptsaison schnell stille Ecken finden, sobald man sich von Vitte und Kloster entfernt.

Wer es ruhiger mag, reist im späten Frühjahr oder frühen Herbst. Im Mai und Juni zeigt sich die Insel frisch und blütenreich, im September profitiert man von noch milden Wassertemperaturen und deutlich weniger Tagesgästen. Auch das Frühjahr und der Herbst haben einen besonderen Reiz, weil dann der Vogelzug über der Boddenlandschaft einsetzt und die Insel in ein anderes Licht taucht. Im Winter wird Hiddensee sehr ruhig: Viele Betriebe schließen, der Fährtakt dünnt aus, doch gerade Naturliebhaber schätzen die menschenleeren Strände und das raue Küstenwetter. Wer seinen Aufenthalt plant, sollte bedenken, dass das Angebot an Ferienwohnungen vor allem in und um Vitte und Kloster groß ist, Zelten auf der Insel jedoch nicht gestattet ist. Eine generelle Einordnung der Saisons und Wassertemperaturen liefert die Übersicht zum Klima und Wetter der Ostsee.

Wie kommt man nach Hiddensee?

Nach Hiddensee kommt man ausschließlich per Fähre, denn es gibt weder eine Brücke noch eine Straßenverbindung. Die Schiffe legen in den Inselhäfen Vitte, Kloster und Neuendorf an. Wichtigster Ausgangspunkt ist der Fährhafen Schaprode auf Rügen, von dem aus die Reederei Hiddensee im Linienverkehr übersetzt. Zusätzlich verkehren Schiffe direkt von der Hansestadt Stralsund aus, was die Anreise auch ohne Umweg über Rügen ermöglicht. Wer mit dem Auto anreist, stellt den Wagen am Festlandhafen ab – auf die Insel selbst darf er nicht.

Im Ausflugsverkehr bestehen saisonal weitere Verbindungen, etwa von Breege und Wiek auf Rügen. Für die Anreise empfiehlt es sich, die Fährzeiten vorab zu prüfen und in der Hauptsaison Tickets frühzeitig zu sichern, da das Übersetzen besonders an Sommertagen stark nachgefragt ist. Auf der Insel angekommen, bewegt man sich ganz ohne eigenes Auto fort: Zwischen den Ortsteilen Grieben, Kloster, Vitte und Neuendorf verkehrt ein kleiner Linienbus, für Urlauber und Tagesgäste fahren Pferdefuhrwerke auf festen Routen und auf Bestellung. Ansonsten gilt: Man geht zu Fuß oder fährt mit dem Fahrrad, das vielerorts ausgeliehen werden kann. Diese entschleunigte Fortbewegung ist Teil des Inselerlebnisses – und der Grund, warum Hiddensee bis heute eine der ruhigsten Inseln der deutschen Ostseeküste geblieben ist.

Ist Hiddensee wirklich komplett autofrei?
Ja. Auf der gesamten Insel ist der private Autoverkehr untersagt. Ausnahmen bestehen nur für Landwirtschaft, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Arzt sowie Ver- und Entsorgung, und viele dieser Fahrzeuge fahren elektrisch. Urlauber bewegen sich zu Fuß, per Rad, mit dem Linienbus oder der Pferdekutsche.
Welche Orte gibt es auf Hiddensee?
Die drei Hauptorte sind Vitte (Inselmitte und Hauptort), Kloster im Norden (kulturelles Zentrum mit Gerhart-Hauptmann-Haus) und Neuendorf im Süden. Hinzu kommt das kleine Dorf Grieben am Rand des Dornbusch-Hochlandes.
Warum gilt Hiddensee als Künstlerinsel?
Hiddensee zog seit jeher Schriftsteller und Künstler an. Der Dramatiker Gerhart Hauptmann ist in Kloster begraben, wo das Gerhart-Hauptmann-Haus an ihn erinnert. Auf dem Inselfriedhof ruhen auch die Puppenmacherin Käthe Kruse und die Tänzerin Gret Palucca.
Kann man auf Hiddensee zelten?
Nein, Zelten ist auf der Insel nicht gestattet. Übernachtet wird in Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels, das größte Angebot gibt es in und um Vitte und Kloster.

Wer seinen Ostsee-Urlaub auf der autofreien Idylle plant, verbindet Hiddensee am besten mit einem Abstecher zur Nachbarinsel Rügen oder einem Stadtbummel im nahen Stralsund – beides ist von hier aus per Fähre bequem erreichbar.