Urlaub finden
Home › Ostsee Brückenbauten
Infrastruktur

Ostsee Brückenbauten

Die Ostsee wird von einigen der spektakulärsten Brückenbauten Europas überspannt – allen voran der Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö und der Großer-Belt-Querung in Dänemark. Sie verkürzen Reisezeiten zwischen den Anrainerstaaten erheblich, verbinden Inseln mit dem Festland und prägen das Bild der modernen Ostseeregion.

BauwerkVerbindung / Lage
ÖresundbrückeKopenhagen (Dänemark) – Malmö (Schweden), Brücke und Tunnel über den Öresund
Großer-Belt-QuerungSeeland – Fünen, Hängebrücke und Eisenbahntunnel
FehmarnsundbrückeFestland Schleswig-Holstein – Insel Fehmarn
Rügenbrücke / StrelasundquerungStralsund – Insel Rügen
Geplant: Fehmarnbelt-TunnelFehmarn (Deutschland) – Lolland (Dänemark), Absenktunnel im Bau
BautypHängebrücken, Schrägseilbrücken, Absenk- und Bohrtunnel

Welche großen Brücken überspannen die Ostsee?

Die bedeutendsten Brückenbauten der Ostsee verbinden Dänemark, Schweden und Deutschland und gehören zu den größten Ingenieurprojekten Nordeuropas. Vier Bauwerke ragen heraus: die Öresundbrücke zwischen der dänischen und der schwedischen Küste, die Großer-Belt-Querung im Inneren Dänemarks, die Fehmarnsundbrücke an der deutschen Ostseeküste und die Rügenbrücke als Teil der Strelasundquerung.

Diese Verbindungen entstanden vor allem in den letzten Jahrzehnten und lösten in vielen Fällen jahrhundertealte Fährverbindungen ab. Sie sind das Ergebnis eines stetig wachsenden Verkehrsaufkommens zwischen den Anrainerstaaten und des Wunsches, die zersplitterte Geografie aus Inseln, Meerengen und Halbinseln zu überwinden. Wo früher Schiffe und Fähren Stunden für die Überfahrt benötigten, gelangt der Verkehr heute in Minuten von einem Ufer zum anderen.

Technisch handelt es sich um eine Mischung verschiedener Bauformen. Frei spannende Hängebrücken überqueren tiefe Fahrwasser, in denen große Schiffe genügend Durchfahrtshöhe brauchen, während Absenk- und Bohrtunnel dort eingesetzt werden, wo Brücken die Schifffahrt behindern oder die Spannweiten zu groß würden. Häufig kombinieren die Projekte beide Prinzipien: Eine Hochbrücke führt über das Hauptfahrwasser, ein Tunnel unterquert den restlichen Sund, und künstlich aufgeschüttete Inseln verbinden die Abschnitte. Wer sich für das größere Netz aus Häfen, Straßen und Bahnstrecken rund um das Meer interessiert, findet im Überblick zur Infrastruktur der Ostsee die Einordnung dieser Bauwerke in das gesamte Verkehrsnetz der Region.

Was macht die Öresundbrücke besonders?

Die Öresundbrücke ist deshalb so besonders, weil sie zwei Hauptstädte und zwei Länder über eine kombinierte Brücken-Tunnel-Lösung zu einer gemeinsamen Wirtschaftsregion verbindet. Sie verläuft zwischen Kopenhagen auf dänischer und Malmö auf schwedischer Seite und führt sowohl eine Autobahn als auch eine Eisenbahnstrecke über und unter dem Öresund hindurch.

Das Bauwerk besteht aus drei Abschnitten. Von der dänischen Seite taucht der Verkehr zunächst in einen Tunnel, der das flache Fahrwasser nahe der Insel Amager unterquert, damit die Schifffahrt und der nahegelegene Flughafen ungehindert bleiben. Der Tunnel mündet auf einer künstlich aufgeschütteten Insel namens Peberholm, die eigens für diese Verbindung im Sund angelegt wurde. Von dort spannt sich eine lange Schrägseilbrücke über das schwedische Fahrwasser bis zur Küste bei Malmö. Auf der Brücke verlaufen Straße und Schiene in zwei Ebenen übereinander – die Fahrbahn oben, die Gleise darunter.

Die wirtschaftliche und kulturelle Wirkung dieser Querung ist enorm. Sie hat aus den beiden zuvor durch das Meer getrennten Städten eine eng verflochtene Metropolregion gemacht, in der viele Menschen täglich über die Grenze zur Arbeit pendeln. Damit ist die Öresundbrücke mehr als ein Verkehrsbauwerk: Sie ist zum Symbol für die Integration der nördlichen Ostseeländer geworden. Hintergründe zu den Ländern, die das Meer umschließen, bietet die Übersicht zu den Anrainerstaaten der Ostsee.

Etwas weiter westlich, noch im dänischen Binnenland, liegt mit der Großer-Belt-Querung das zweite Mammutprojekt. Sie verbindet die Inseln Seeland und Fünen und besteht aus einer weit gespannten Hängebrücke für den Straßenverkehr mit hoher Durchfahrtshöhe über dem Schifffahrtsweg sowie einem langen Eisenbahntunnel, der unter dem Meeresgrund hindurchführt. Eine künstlich vergrößerte Insel in der Mitte des Belts teilt die Strecke in zwei Abschnitte. Gemeinsam bilden Großer Belt und Öresund die durchgehende feste Landverbindung zwischen dem europäischen Festland und Schweden.

Welche Brücken verbinden die deutschen Inseln?

An der deutschen Ostseeküste sorgen vor allem zwei Bauwerke dafür, dass die beliebten Urlaubsinseln ohne Fähre erreichbar sind: die Fehmarnsundbrücke und die Rügenbrücke als Teil der Strelasundquerung. Beide gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der Küste.

Die Fehmarnsundbrücke verbindet das schleswig-holsteinische Festland mit der Insel Fehmarn. Charakteristisch ist ihr markanter Bogen über der Fahrbahn, der ihr im Volksmund den Namen „Kleiderbügel“ eingebracht hat. Über die Brücke verlaufen Straße und Schiene gemeinsam, weshalb sie ein zentraler Bestandteil der sogenannten Vogelfluglinie ist – der wichtigen Verkehrsachse zwischen Deutschland und Dänemark.

Im Osten der deutschen Küste überspannt die Strelasundquerung den Strelasund zwischen der Hansestadt Stralsund und der größten deutschen Insel Rügen. Hier existieren zwei Verbindungen nebeneinander: die ältere, niedrige Ziegelgrabenbrücke mit ihrer Klappe für die Durchfahrt von Schiffen und die moderne, hoch aufragende Schrägseilbrücke, deren weithin sichtbarer Pylon zum neuen Wahrzeichen der Region geworden ist. Diese Rügenbrücke entlastet den Verkehr zur Insel erheblich und gewährleistet, dass die Anreise auch in der Hauptsaison flüssig bleibt.

Beide Bauwerke haben den Tourismus auf den Inseln spürbar verändert, weil sie eine zuverlässige, von Fährfahrplänen unabhängige Anreise ermöglichen. Wer einen Aufenthalt an der Küste plant, findet im Bereich Reise & Tourismus praktische Hinweise zu Unterkünften und Urlaubsformen an der deutschen Ostsee.

Welche Bauwerke sind geplant?

Das größte geplante Bauwerk der Ostsee ist der Fehmarnbelt-Tunnel, der die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden soll. Statt einer Brücke entsteht hier ein Absenktunnel: Vorgefertigte Tunnelelemente werden auf dem Meeresgrund verlegt und miteinander verbunden. Geplant ist eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnverbindung, die die Fährüberfahrt zwischen Puttgarden und Rødby ersetzen und die Reisezeit zwischen Deutschland und Skandinavien deutlich verkürzen wird.

Der Fehmarnbelt-Tunnel gilt als eines der bedeutendsten europäischen Infrastrukturprojekte seiner Art. Er schließt die letzte große Lücke auf der direkten Achse zwischen Mitteleuropa und Dänemark und ergänzt damit die bereits bestehenden festen Querungen über den Öresund und den Großen Belt zu einem durchgehenden Korridor. Mit seiner Fertigstellung rücken Hamburg und Kopenhagen verkehrlich erheblich näher zusammen.

Solche Großprojekte sind allerdings stets umstritten, denn sie greifen in ein empfindliches Ökosystem ein. Der Bau von Brücken und Tunneln kann den Wasseraustausch zwischen Nord- und Ostsee und damit die Salzbilanz dieses größten Brackwassermeeres der Erde beeinflussen. Veränderungen bei Salzgehalt, Sauerstoff und Strömungen wirken sich auf den Meeresboden aus und können empfindliche Lebensräume wie Muschelbänke, Seegraswiesen und Tangbestände gefährden. Ebenso betroffen sein können brütende und überwinternde Wasservögel sowie die Laichgebiete von Dorsch und Plattfisch. Aus diesem Grund werden neue Querungen von umfangreichen Umweltprüfungen begleitet, die Eingriff und Ausgleich gegeneinander abwägen. Das wachsende Verkehrsaufkommen macht weitere feste Verbindungen wahrscheinlich – ihre Planung bleibt aber ein Balanceakt zwischen Mobilität und Naturschutz.

Wie lang ist die Öresundbrücke?
Die feste Verbindung über den Öresund erstreckt sich insgesamt über mehrere Kilometer und setzt sich aus einem Tunnel von der dänischen Seite, der künstlichen Insel Peberholm und einer langen Schrägseilbrücke bis zur schwedischen Küste zusammen. Sie verbindet Kopenhagen und Malmö für Straße und Schiene.
Warum baut man am Fehmarnbelt einen Tunnel statt einer Brücke?
Ein Absenktunnel hat im Fehmarnbelt mehrere Vorteile: Er behindert die stark befahrene Schifffahrt nicht, ist unabhängig von Wind und Wetter und beeinträchtigt das Landschaftsbild weniger. Vorgefertigte Tunnelelemente werden dabei auf dem Meeresgrund abgesenkt und verbunden.
Kann man mit der Bahn über die Ostseebrücken fahren?
Ja. Sowohl die Öresundbrücke als auch die Großer-Belt-Querung und die Fehmarnsundbrücke führen neben der Straße auch Eisenbahngleise. Dadurch sind durchgehende Zugverbindungen zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden möglich.
Welche deutsche Ostseeinsel hat die bekannteste Brücke?
Rügen besitzt mit der modernen Schrägseilbrücke der Strelasundquerung bei Stralsund ein weithin sichtbares Wahrzeichen. Ebenso bekannt ist die bogenförmige Fehmarnsundbrücke, die das Festland mit der Insel Fehmarn verbindet.

Die Brücken und Tunnel der Ostsee sind weit mehr als reine Verkehrswege – sie verbinden Länder, Inseln und Kulturen und machen die Region mit ihren Häfen und Bahnstrecken zu einem zusammenhängenden Raum. Wer die Bauwerke selbst erleben möchte, kombiniert sie am besten mit einer Reise entlang der Küste: Den passenden Einstieg in Unterkünfte, Urlaubsarten und Reisetipps bietet der Bereich Ostsee-Urlaub & Tourismus.