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Camping-Rekord an der Ostsee: 2025 so viele Übernachtungen wie nie zuvor

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat zum Start der Campingsaison 2026 beeindruckende Zahlen veröffentlicht: Im Jahr 2025 wurden auf deutschen Campingplätzen insgesamt 44,7 Millionen Übernachtungen gezählt – ein neuer Allzeitrekord. Die Ostseeküste steht dabei erneut ganz oben: Als meistbesuchte Campingregion Deutschlands zieht sie mehr Aktivurlauber an als jede andere Region. Was steckt hinter dem anhaltenden Boom, und was bedeutet das für Ihren nächsten Campingurlaub an der Ostsee?

Rekordwert: 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen

Mit fast 44,7 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025 haben so viele Menschen wie noch nie auf Campingplätzen in Deutschland übernachtet, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Start der Campingsaison mitteilte. Damit setzt sich ein langanhaltender Aufwärtstrend fort, der weit über die Nachwirkungen der Corona-Pandemie hinausgeht.

Das waren 4,2 Prozent mehr Campingübernachtungen als im Jahr 2024 (42,9 Millionen) und 24,9 Prozent mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019 (35,8 Millionen). Besonders bemerkenswert: Die Übernachtungszahlen haben sich auch wegen des Wohnmobil-Booms innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt.

Im Jahr 2025 entfielen laut Destatis 9,0 Prozent aller Gästeübernachtungen in Deutschland auf Campingplätze. Insgesamt wurden 497,4 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben gezählt. Der Anteil des Campings lag damit über dem Wert von 2024 mit 8,6 Prozent sowie über dem Vor-Corona-Niveau von 7,2 Prozent im Jahr 2019.

Ostsee bleibt Nummer eins: 3,5 Millionen Camping-Übernachtungen in Schleswig-Holstein

Die meisten Camperinnen und Camper zog es auch 2025 an die schleswig-holsteinische Ostsee mit 3,5 Millionen Übernachtungen, darunter 3,4 Millionen von Gästen aus dem Inland. Das ist kein Zufall: Die abwechslungsreiche Küstenlandschaft, die ausgedehnten Radwege und die naturnahe Lage der Plätze machen die Region zum idealen Ziel für Aktivurlauber.

Rechnet man die Campingregionen an beiden Seiten der Ostseeküste zusammen, fällt der Vorsprung noch deutlicher aus: Die Ostsee-Region Schleswig-Holstein verzeichnete 2025 mit 3,5 Millionen Übernachtungen und die Ostsee-Region in Mecklenburg-Vorpommern zählte 3,1 Millionen – damit ist die Ostsee mit 6,6 Millionen die beliebteste Region.

Für die schleswig-holsteinische Ostsee insgesamt waren die Zahlen ebenfalls historisch: 2025 war für den Tourismus an der Ostsee Schleswig-Holsteins insgesamt ein erfreuliches Jahr. Das Reisegebiet Ostsee verzeichnete von Januar bis Dezember 2025 rund 5,16 Millionen Ankünfte und 19,51 Millionen Übernachtungen. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent bei den Ankünften und 2,8 Prozent bei den Übernachtungen. Damit wurde laut Sparkassen-Tourismusbarometer erstmals die 19-Millionen-Marke bei den Übernachtungen überschritten.

Wer jetzt seinen Ostsee-Urlaub in Schleswig-Holstein plant, sollte die Nachfrage im Blick behalten – denn die besten Stellplätze sind erfahrungsgemäß früh vergeben.

Das Ranking der beliebtesten Campingregionen 2025

Hinter der Ostsee reihen sich weitere Naturziele ein. Es folgen der Schwarzwald mit 2,6 Millionen Übernachtungen, die niedersächsische Nordseeküste mit 2,0 Millionen sowie das bayerische Allgäu mit 1,8 Millionen Übernachtungen. Die Region Bodensee-Oberschwaben verzeichnete 1,7 Millionen Übernachtungen und kehrte damit in die Gruppe der fünf meistbesuchten Camping-Regionen zurück. Dahinter lagen die mecklenburgische Ostseeküste mit 1,6 Millionen sowie Vorpommern mit 1,5 Millionen Übernachtungen.

Die mecklenburgische Ostseeküste und Vorpommern – mit Inseln wie Rügen und Usedom – sind damit ebenfalls stark nachgefragte Camping-Destinationen und bieten zusammen mit Schleswig-Holstein das komplette Ostsee-Erlebnis für Zelt, Wohnmobil oder Caravan.

Camping als Aktivurlaub: Warum die Ostsee so beliebt ist

Camping an der Ostsee ist längst mehr als bloßes Übernachten unter freiem Himmel. Die Region punktet mit einem breiten Angebot für Aktivurlauber:

  • Radfahren: Hunderte Kilometer gut ausgeschilderte Küstenradwege, etwa der Ostseeküsten-Radweg, führen direkt an Campingplätzen vorbei. Die ADFC-Radreiseanalyse zeigt, dass Radfahrer im Urlaub Campingplätze gerne zur Übernachtung nutzen.
  • Wassersport: Kiten, Windsurfen, Stand-Up-Paddling und Segeln gehören an der Ostseeküste zum festen Angebot vieler Campingplätze.
  • Wandern & Naturerleben: Nationalparks, Boddenlandschaften und Steilküsten laden zu ausgedehnten Wanderungen ein.
  • Familienfreundlichkeit: Viele Plätze bieten Spielflächen, Strandnähe und ein naturnahes Umfeld – ideal für Familien mit Kindern.
  • Hunde willkommen: Camping-Urlaub ist auch bei Hundebesitzern sehr beliebt. An der Ostsee akzeptieren zahlreiche Campingplätze Vierbeiner problemlos.

Preise steigen – aber die Nachfrage bleibt ungebrochen

Das einzige Thema, das Urlauber und Platzbetreiber gleichermaßen beschäftigt: die Preise. An dem Boom haben auch überdurchschnittliche Preiserhöhungen nichts geändert. So waren Wohnmobilplätze im vergangenen Jahr fast ein Drittel (32,2 Prozent) teurer als im Jahr 2020. Die allgemeinen Camping-Gebühren sind um 28,7 Prozent gestiegen.

Zum Vergleich: Über alle Formen von Unterkünften hinweg haben sich Übernachtungen im selben Zeitraum um 26,9 Prozent verteuert, die Verbraucherpreise stiegen um 21,9 Prozent. Camping verteuert sich also überdurchschnittlich – ein klares Zeichen für die anhaltend hohe Nachfrage.

Auch für 2026 zeichnen sich weitere Preisanpassungen ab: Drastisch fällt der Preissprung am Elbufer in Geesthacht aus. Für 24 Stunden Camping werden nun 18 statt sieben Euro im Jahr 2024 fällig. „Der große Anstieg fühlte sich für viele zunächst heftig an – der Platz ist aber dennoch super gebucht“, erklärte eine Sprecherin.

Wer sparen möchte, sollte möglichst früh buchen. Bei den meisten Plätzen in den beliebten Regionen sollten Sie 4–6 Monate vorher buchen. Kurzfristige Last-Minute-Schnäppchen sind an der Ostseeküste in der Hauptsaison kaum mehr zu finden.

Schleswig-Holstein insgesamt: Rekordjahr 2025, aber Vorsicht für 2026

Im Jahr 2025 hatte das Urlaubsland Schleswig-Holstein insgesamt bestens abgeschnitten. „Wir können stolz auf ein erneutes Rekordjahr im Schleswig-Holstein-Tourismus zurückblicken“, kommentierte Tourismus-Minister Madsen die aktuellen Zahlen. Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Betten begrüßten demnach 9,69 Millionen Gäste, die Zahl der Übernachtungen stieg auf 38,58 Millionen.

Allerdings trübt sich das Bild für 2026 ein: Nach einem sehr guten Tourismusjahr 2025 sind in Schleswig-Holstein die Buchungszahlen in den ersten vier Monaten 2026 deutlich gesunken. Das belegt das Sparkassen-Tourismusbarometer, das der Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) und der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein (SGVSH) in Neumünster vorgestellt haben. Die Zahlen fallen deutlich aus: Die Übernachtungen lagen von Januar bis April um 9,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Zahl der Ankünfte sank sogar um 9,7 Prozent.

Urlaub in Schleswig-Holstein steht bei vielen Deutschen weiter hoch im Kurs. Doch wegen der höheren Lebenshaltungskosten zögern viele mit einer Buchung. Die Touristiker beobachten das mit Sorge. Wer dennoch einen Sommerurlaub an der Ostsee plant, findet auf ostsee.info aktuelle Tipps und Angebote.

Was bedeutet der Camping-Boom für Ihren Ostsee-Urlaub?

Der Trend ist eindeutig: Camping an der Ostsee ist kein Nischenangebot mehr, sondern eine der gefragtesten Urlaubsformen Deutschlands. Immer mehr Menschen zieht es mit Wohnmobil, Caravan oder Zelt in die Natur – und das in einem Ausmaß wie nie zuvor. Dieser Rekordwert wird als Beleg dafür gewertet, dass die Nachfrage nach Stellplätzen und naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten ein neues Niveau erreicht hat.

Praktische Empfehlungen für Ihren Camping-Aktivurlaub an der Ostsee:

  • Frühzeitig buchen: Begehrtere Plätze in Meeresnähe sind meist schon Monate im Voraus ausgebucht.
  • Nebensaison in Betracht ziehen: Mai, Juni und September bieten oft günstigere Preise und weniger Andrang.
  • Stellplatztyp wählen: Wohnmobilplätze sind besonders gefragt und teurer – Zeltplätze sind noch bezahlbarer.
  • Aktivitäten vor Ort prüfen: Viele Campingplätze bieten Fahrradverleih, Kanu und Surfkurse direkt auf dem Gelände an.
  • Campingcard und Verbände nutzen: ADAC, ADFC und BVCD bieten Vergünstigungen und Stellplatz-Verzeichnisse.

Wer seinen Aktivurlaub an der Ostsee noch komfortabler gestalten möchte, findet auf unserer Seite zur Unterkunftsplanung weitere Tipps sowie eine Auswahl an Ferienregionen in Mecklenburg-Vorpommern mit ausgezeichneten Campingmöglichkeiten.

Passende Angebote: Aktivitaeten Camping · Ruegen · Usedom · Urlaub Mecklenburg Vorpommern

Häufige Fragen zum Camping-Aktivurlaub an der Ostsee

Warum ist die Ostsee die beliebteste Campingregion Deutschlands?

Die Ostseeküste kombiniert Natur, Strand und ein breites Freizeitangebot – von Radwegen über Wassersport bis hin zu Wanderpfaden durch Nationalparks. Die Vielfalt der Campingplätze, von einfachen Naturcampingplätzen bis zu Ferienpark-Anlagen, macht die Region für alle Urlaubertypen attraktiv. Laut Destatis war sie 2025 mit 3,5 Millionen Übernachtungen allein in Schleswig-Holstein die meistbesuchte Campingregion Deutschlands.

Wie stark sind die Campingpreise an der Ostsee gestiegen?

Seit 2020 sind die allgemeinen Camping-Gebühren in Deutschland um rund 28,7 Prozent gestiegen, Wohnmobilplätze sogar um rund 32,2 Prozent. An beliebten Ostsee-Standorten können die Preiserhöhungen noch deutlicher ausfallen. Frühbucher kommen meist günstiger weg als Last-Minute-Reisende.

Wann sollte ich einen Campingplatz an der Ostsee buchen?

Experten empfehlen, beliebte Plätze in der Hauptsaison (Juli/August) mindestens vier bis sechs Monate im Voraus zu buchen. In der Vor- und Nachsaison (Mai, Juni, September) ist die Auslastung geringer und die Preise sind oft niedriger.

Welche Aktivitäten bieten Campingplätze an der Ostsee?

Das Angebot variiert je nach Platz: Fahrradverleih, Surfkurse, Stand-Up-Paddling, Kajak und geführte Wanderungen sind weit verbreitet. Viele Plätze liegen direkt am Strand oder haben Zugang zu ausgeschilderten Radwegen wie dem Ostseeküsten-Radweg.

Sind Wohnmobil-Stellplätze oder Zeltplätze besser gebucht?

Wohnmobil-Stellplätze sind besonders stark nachgefragt und entsprechend teurer. Zeltplätze sind günstiger und bieten oft mehr Spontanität. Insgesamt sind Campingplätze an der Ostsee in der Hauptsaison flächendeckend hoch ausgelastet – eine frühzeitige Reservierung lohnt sich in jedem Fall.

Wie hat sich der Tourismus an der Ostsee insgesamt entwickelt?

2025 war ein Rekordjahr: Die schleswig-holsteinische Ostsee überschritt erstmals die Marke von 19 Millionen Übernachtungen. Schleswig-Holstein insgesamt verzeichnete 38,58 Millionen Übernachtungen. Für 2026 deuten die ersten Monate auf einen Rückgang hin, was Experten auf höhere Lebenshaltungskosten und eine allgemeine Kaufzurückhaltung zurückführen.