Urlaub finden
Home › Anrainerstaaten
Anrainerstaaten

Anrainerstaaten

An die Ostsee grenzen neun Anrainerstaaten: Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Estland, Lettland, Litauen und Russland. Sie teilen sich eine stark gegliederte Küste, eine gemeinsame Hanse-Geschichte und das größte Brackwassermeer der Erde. Schweden besitzt mit Abstand den längsten Küstenanteil, Litauen den kürzesten.

LandStichwort
Schwedenlängste Ostseeküste, dazu Gotland und Öland
Finnlandtausende Schären, Helsinki am Finnischen Meerbusen
Russlandzwei Küsten: St. Petersburg und Exklave Kaliningrad
Estlandnördlichster EU-Anrainer, Inseln Saaremaa/Hiiumaa
Lettlandweite Sandstrände, Hafenstadt Riga
Litauenkürzeste Küste, Kurische Nehrung
Polenlange Südküste mit Danzig und der Oder-Mündung
DeutschlandMecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
DänemarkBrücke zwischen Nord- und Ostsee, Seeland/Fünen

Welche Länder grenzen an die Ostsee?

An die Ostsee grenzen neun Staaten. Im Uhrzeigersinn von Nordosten über den Süden nach Nordwesten sind das: Russland (mit der Region um St. Petersburg und der Exklave Kaliningrad), Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland. Damit reicht der Ostseeraum vom kühlen Bottnischen Meerbusen im Norden bis an die deutsche und polnische Südküste.

Die Ostsee ist mit rund 413.000 Quadratkilometern Fläche das größte Brackwassermeer der Erde – ein Binnenmeer, das nur über die schmalen dänischen Belte und den Öresund mit der Nordsee verbunden ist. Diese fast geschlossene Lage erklärt, warum die neun Anrainerstaaten der Ostsee seit jeher eng miteinander verflochten sind: Wer Handel treiben oder reisen wollte, kam an den Nachbarn nicht vorbei. Acht der neun Staaten gehören heute zur Europäischen Union; einzig Russland steht außerhalb. Sieben sind über die NATO und gemeinsame Ostsee-Gremien zusätzlich verbunden.

Geografisch lassen sich die Anrainer in drei Gruppen einteilen. Der Norden – Schweden und Finnland – ist nordisch geprägt, mit langen, dunklen Wintern, hellen Sommernächten und einer Küste aus blankem Fels und tausenden Schären. Der Osten mit Estland, Lettland und Litauen bildet das Baltikum, dessen Geschichte besonders wechselvoll verlief und das erst seit Anfang der 1990er Jahre wieder unabhängig ist. Der Süden und Südwesten schließlich – Polen, Deutschland und Dänemark – verbindet flache Sandstrände, fruchtbares Hinterland und die größten Badeorte. Russland nimmt mit seinen beiden getrennten Küstenabschnitten eine Sonderrolle ein und gehört geografisch zugleich zum Nordosten und zum Süden des Meeres.

Wer einzelne Länder genauer kennenlernen möchte, findet ausführliche Porträts etwa zu Deutschland als Ostsee-Anrainer, zu Dänemark oder zum nordischen Nachbarn Finnland.

Welche Anrainerstaaten haben die längste Küste?

Die mit Abstand längste Ostseeküste besitzt Schweden. Das Land erstreckt sich über fast die gesamte westliche und nördliche Flanke des Meeres, von Schonen im Süden bis weit in den Bottnischen Meerbusen hinauf, und gehört zugleich mit Gotland und Öland zu den inselreichsten Anrainern. Direkt dahinter folgt Finnland, dessen Küste sich in unzählige kleine Schären auflöst – ein Labyrinth aus Felseninseln, das die tatsächliche Uferlinie enorm verlängert.

Auch Dänemark bringt durch seine vielen Inseln – allen voran im Verbund mit Schweden über den Öresund – eine stark gegliederte und damit lange Küste mit. Am anderen Ende der Skala steht Litauen: Es hat nur einen schmalen Zugang zur Ostsee und damit die kürzeste Küste aller neun Staaten, geprägt von der schmalen Landzunge der Kurischen Nehrung.

Wichtig zu verstehen: Eine lange Küste bedeutet nicht automatisch viel zusammenhängenden Strand. Die nordischen Länder verdanken ihre große Uferlänge vor allem den zahllosen Inseln und Buchten, während Polen, Lettland und Deutschland eher durch lange, offene Sandstrände auffallen. Die südlichen Anrainer wie Polen bieten daher die ausgedehntesten Badestrände, während der Norden mit zerklüfteten Schärenlandschaften punktet.

Was verbindet die Ostsee-Anrainer?

Die Anrainer verbindet vor allem eine gemeinsame Geschichte rund um das Meer als Handelsweg. Im Mittelalter beherrschte die Hanse – ein Bund norddeutscher und baltischer Handelsstädte wie Lübeck, Danzig, Riga und Reval (Tallinn) – den gesamten Ostseehandel und schuf ein dichtes Netz aus Häfen, Waren und Kontoren. Salz, Getreide, Holz, Bernstein und Fisch wanderten über das Meer und machten die Küstenstädte reich. Diese Epoche prägt bis heute die Altstädte und das Selbstverständnis vieler Hafenstädte. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die langen Linien in der Geschichte der Ostsee nachgezeichnet.

Zugleich war die Ostsee jahrhundertelang ein strategisch umkämpfter Raum. Häufig geänderte Städte- und Ländernamen rund um das Meer zeugen von Gebietsstreitigkeiten, wechselnden Großmächten und verschobenen Grenzen – von der schwedischen Großmachtzeit über das Russische Reich bis zu den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Erst nach 1990 wuchs der Ostseeraum politisch wieder zusammen, als die baltischen Staaten unabhängig wurden und der Großteil der Anrainer in die EU eintrat.

Heute verbindet die Länder neben der Geschichte auch ein gemeinsames wirtschaftliches Interesse: Schifffahrt, Fischerei, Tourismus und der Schutz eines empfindlichen Binnenmeeres. Die enge wirtschaftliche Verflechtung des Ostseeraums – von Werften über Fährlinien bis zum Hafenumschlag – beleuchtet die Seite zur Wirtschaft der Ostsee genauer. Der niedrige Salzgehalt, die geringe Wassertiefe und der träge Wasseraustausch mit der Nordsee machen die Ostsee zu einem besonders sensiblen Ökosystem, dessen Pflege nur als gemeinsame Aufgabe aller neun Staaten gelingen kann.

Auch im Alltag wirkt das verbindende Meer fort: Dichte Fährnetze verknüpfen die Häfen von Kiel, Rostock, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Tallinn, Riga und Danzig zu einem engmaschigen Verkehrsraum, und für viele Reisende ist die Überfahrt selbst schon Teil des Urlaubs. Sprachlich und kulturell sind die Anrainer zwar vielfältig – germanische, baltische, finno-ugrische und slawische Sprachen treffen hier aufeinander –, doch das Backstein-Erbe der Hanse, die maritime Küche mit Fisch und Räucherspezialitäten sowie eine ausgeprägte Strand- und Segelkultur prägen den gesamten Raum. Diese Mischung aus Vielfalt und gemeinsamer Prägung macht den Reiz einer Reise rund um die Ostsee aus.

Was zeichnet die einzelnen Anrainer aus?

Jeder Anrainerstaat bringt eine eigene Note an die Ostsee. Deutschland liegt mit Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an der Südwestküste und ist mit Lübeck, Rostock, Stralsund und der Insel Rügen eine der beliebtesten Urlaubsregionen am Meer. Dänemark bildet mit seinen Inseln Seeland und Fünen die Brücke zwischen Nord- und Ostsee und kontrolliert die schmalen Zufahrten.

Schweden prägt die ganze Westflanke und lockt mit Stockholms Schärengarten sowie den Sonneninseln Gotland und Öland. Finnland im Nordosten ist das Land der Schären und Seen; Helsinki und Turku liegen direkt am Wasser. Russland ist gleich an zwei Stellen Anrainer – rund um St. Petersburg im Finnischen Meerbusen und mit der Exklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen.

Die drei baltischen Staaten bilden die Ostflanke: Estland mit Tallinn und den Inseln Saaremaa und Hiiumaa, Lettland mit der weiten Bucht von Riga und langen Sandstränden, Litauen mit der schmalen, von Dünen gesäumten Kurischen Nehrung. Polen schließlich säumt die Südküste mit langen Stränden, der Hansestadt Danzig und der Mündung von Oder und Weichsel. So unterschiedlich die neun Länder kulturell und landschaftlich auch sind – das gemeinsame Meer hält sie bis heute zusammen.

Wie viele Anrainerstaaten hat die Ostsee?
Die Ostsee hat neun Anrainerstaaten: Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Estland, Lettland, Litauen und Russland. Acht davon gehören zur Europäischen Union.
Welcher Staat hat die längste Ostseeküste?
Schweden besitzt die längste Ostseeküste. Sie zieht sich über die gesamte westliche und nördliche Flanke des Meeres und ist durch zahlreiche Inseln und Buchten stark gegliedert. Finnland folgt dank seiner vielen Schären auf Platz zwei.
Welches Land hat die kürzeste Küste an der Ostsee?
Litauen hat die kürzeste Ostseeküste. Das Land besitzt nur einen schmalen Meereszugang, der maßgeblich von der Landzunge der Kurischen Nehrung geprägt ist.
Ist Russland ein Ostsee-Anrainer?
Ja, Russland grenzt gleich an zwei Stellen an die Ostsee: rund um St. Petersburg am Finnischen Meerbusen und mit der Exklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen.

Sie möchten einen der neun Anrainer selbst erleben? Ob Schärenkreuzfahrt, Inselurlaub oder Hansestadt-Trip – einen guten Einstieg in die Reiseregion bietet das Land mit der längsten Küste auf der Seite zu Schweden als Ostsee-Anrainer, oder Sie beginnen direkt vor der Haustür mit Deutschlands Ostseeküste.