Klima und Wetter an der Ostsee

Mit einer Gesamtfläche von 413.000 Quadratkilometern ist die Ostsee das größte Binnenmeer Europas und das größte Brackwassermeer weltweit.

Von Deutschland, Polen über die baltischen Staaten bis nach Skandinavien leben bis zu 85 Millionen Menschen an der Ostseeküste. Angesichts der Größe der Ostsee überrascht es nicht, dass auch Wetter und Klima im Ostseeraum regional recht unterschiedlich ausfallen.

Klimazonen und Temperaturen an der Ostsee

Entlang der Ostsee lassen sich vier verschiedene Klimazonen ausmachen. Während im Bereich Dänemarks noch maritime Züge vorherrschen, ist das Klima im Osten kontinental geprägt. Während an den südlichen Küsten der Ostsee ein gemäßigtes Klima herrscht, dominiert im Norden, vor allem im Bottnischen Meerbusen, ein kaltes Klima.

Sonnenuntergang Ostsee

Sonnenuntergang an der Ostsee

Die Niederschläge fallen an der Ostsee über das ganze Jahr verteilt, wobei es zwischen November und März die meisten Regentage pro Monat gibt. Mit den meisten Sonnentagen darf man an der Ostsee zwischen Mai und August rechnen. Deutlich jahreszeitliche Unterschiede sind bei den Temperaturen zu erkennen. Sie steigen im Frühjahr von 2 Grad im Januar bis auf durchschnittlich 21 Grad im Juli und August an. Danach sinken die Werte wieder bis auf 4 Grad im Dezember ab, während es in den Herbstmonaten September und Oktober mit Werten über 15 Grad noch recht mild sein kann. Die Nachttemperaturen liegen im Durchschnitt um 4 bis 6 Grad tiefer als die Tagestemperaturen. Auch die Wassertemperaturen steigen im Jahresverlauf kontinuierlich an und erreichen ab dem Juni ein angenehmes Niveau. Mit 17 Grad werden im Juli und August die höchsten Wassertemperaturen der Ostsee gemessen.

Kontinentales Klima auch am Meer

Mit wenigen Ausnahmen im dänischen Raum ist das Klima an der Ostsee nicht maritim, sondern eher kontinental geprägt. Hierzu führen mehrere Faktoren. Zum einen ist das Binnenmeer Ostsee vom warmen Golfstrom abgekoppelt. Zum anderen ist der Salzgehalt im Wasser der Ostsee durch starke Süßwasserzuführung gering, so dass wenig Wasser verdunstet. Folglich bildet die Ostsee keinen Wärmespeicher, vielmehr kann sie im Winter sogar teilweise zufrieren. Die Klima- und Wetterverhältnisse an der Ostsee sind im Vergleich zur Nordsee und zu anderen Meeren deutlich anders, indem es ähnlich wie im Binnenland zu starken jahreszeitlichen Unterschieden bei den Temperaturen kommt. Daher kommen als beste Reisezeit für die Ostsee primär die Monate Mai bis August in Frage. Allerdings kann es auch im Frühherbst noch schöne Tage geben.