Eine Ferienimmobilie gehört eher nicht zu den Geldanlagen mit
Renditeaussichten.
Eine Immobilie kostet sowohl Geld beim Kauf als auch während des Besitzes, auch
wenn man Glück hat und sie gut vermieten kann. Vor allem im Hinblick auf einen
späteren Wiederverkauf sollte man bedenken, dass der Kauf von Ferienimmobilien
häufig Modesache ist. Was beispielsweise vorgestern Spanien oder die Toskana und
gestern die Algarve waren, können morgen ganz andere „Modeländer“ sein. Die
unzähligen Ferienimmobilien in Spanien sind heute kaum mehr zu einem vernünftigen
Preis zu verkaufen. Ferienimmobilien werden generell aus dem Gefühl heraus erworben,
weniger, weil sie sich als Geldanlage lohnen (was meist nicht der Fall ist).
Wer sich in seiner Ferienimmobilie an der Ostsee mehrmals im Jahr aufhalten will, sollte vor allem die Anreisekosten und
Heizkosten in kühleren Monaten durchrechnen. In modernen Apartmenthäusern fallen in
der Regel zusätzlich monatliche Unterhaltskosten (Hauswart, Reinigung,
Wartungsarbeiten usw.) an. Doch auch eine andere Immobilienart, z. B. eine
Ferienwohnung außerhalb einer touristischen Anlage, ein Landhäuschen oder eine
Ferienvilla, braucht während der Abwesenheit des Eigentümers laufende Pflege und
Beaufsichtigung. Man kann natürlich einen Einheimischen damit beauftragen. Die
hierfür anfallenden Kosten sind Verhandlungssache.
Aus Sicht einer soliden Geldanlage sollten Ferienimmobilien generell, ob im
In- oder Ausland, nicht als Vermögensanlage betrachtet werden. Der
Durchschnittsbürger wird seine Wohnimmobilie in Form einer Eigentumswohnung oder
eines Einfamilienhauses selbst bewohnen und folglich oftmals mindestens die Hälfte
(häufig mehr) seines Einkommens und seiner Ersparnisse in diese Immobilie fließen
lassen müssen. Für den Durchschnittsbürger bleibt da für eine Ferienwohnung, ein
Ferienhaus oder sogar ein privates Hotel nicht viel übrig.
Abgesehen von der sporadischen Nutzung und der Freude am Besitz sind
Ferienimmobilien keine Kapitalanlage mit guten Renditeaussichten. Auch mit einer
teilweisen Vermietung lässt sich eine Ferienimmobilie nicht finanzieren. In den
meisten Fällen besteht die einzige Rendite in der persönlichen Genugtuung, über eine
Ferienimmobilie zu verfügen.
Auch wer sehr häufig an die Ostsee reist, will wahrscheinlich nicht jahrelang im gleichen Ort einen Ostsee Urlaub machen. Rund um die Ostsee gibt es ein schier unüberschaubares Angebot an
Ferienwohnungen, Ferienvillen, Blockhütten usw. in allen Preislagen, die man
tageweise oder wochenweise mieten kann.