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Anrainerstaaten

Polen

Polen besitzt mit rund 500 Kilometern eine der längsten Ostseeküsten überhaupt. Sie zieht sich durch die Region Pommern vom polnischen Teil der Insel Usedom im Westen bis zur Danziger Bucht im Osten. Hansestadt Danzig, die Dreistadt mit Sopot und Gdynia, die schmale Halbinsel Hel und die Wanderdünen bei Łeba prägen diesen weiten Strandabschnitt.

EckdatenPolen an der Ostsee
KüstenregionPommern (Vor- und Hinterpommern)
Küstenlängerund 500 Kilometer Ostseeküste
Hauptstädte an der KüsteDanzig, Gdynia, Sopot (Dreistadt), Stettin
Bekannte HalbinselHel (lang gestreckte Nehrung)
NaturhighlightSłowiński-Nationalpark mit Wanderdünen bei Łeba
Polnischer Teil von UsedomŚwinoujście (Swinemünde)
Typische KüchePierogi, Bigos, frischer Ostseefisch

Wo verläuft Polens Ostseeküste?

Polens Ostseeküste verläuft im Norden des Landes durch die historische Region Pommern und bildet damit die gesamte nördliche Außengrenze Polens. Mit einer Länge von rund 500 Kilometern gehört sie zu den längsten Küstenabschnitten aller Ostsee-Anrainerstaaten. Sie reicht vom polnischen Teil der Insel Usedom an der deutschen Grenze im Westen bis zur Danziger Bucht und der Frischen Nehrung im Osten.

Die Küstenlinie verläuft über weite Strecken erstaunlich gerade und wird von kilometerlangen Sandstränden, Dünenwällen und Kiefernwäldern gesäumt. Unterbrochen wird sie an mehreren Stellen durch große Haffe und Buchten: das Stettiner Haff im Westen, das sich Polen und Deutschland teilen, die weit geöffnete Pommersche Bucht, die Pucker Bucht sowie das Frische Haff ganz im Osten. Hinter den Stränden liegen ausgedehnte Seengebiete, Moore und Wälder, die der Küste ihren stillen, naturnahen Charakter geben. Im äußersten Osten mündet mit der Weichsel der wichtigste Strom Polens in einem weit verzweigten Delta in die Ostsee – ein Mündungsgebiet, das die Danziger Bucht und ihre Marschlandschaften über Jahrhunderte geformt hat. Wer die geografische Einordnung Polens unter den Anrainerstaaten der Ostsee sucht, findet hier eines der vielfältigsten Küstenländer des gesamten Meeres.

Welche Städte und Regionen liegen an der polnischen Ostsee?

Das urbane Herz der polnischen Küste ist die Dreistadt (Trójmiasto): ein zusammengewachsener Ballungsraum aus Danzig, Sopot und Gdynia an der Danziger Bucht. Jede der drei Städte hat ihren eigenen Charakter. Die alte Hansestadt Danzig mit ihrer prachtvoll wiederaufgebauten Altstadt, dem Langen Markt und dem berühmten Krantor zählt zu den schönsten Backsteingotik-Städten an der Ostsee und war jahrhundertelang ein bedeutender Handelshafen der Hanse. Sopot ist das mondäne Seebad der Region, bekannt für seine lange hölzerne Seebrücke und das elegante Grand Hotel, während Gdynia als moderne Hafen- und Werftstadt erst im 20. Jahrhundert entstand und einen funktionalen, weltoffenen Kontrast bildet.

Im Westen der Küste liegt Stettin (Szczecin), die größte Stadt Vorpommerns, am Ufer der Oder kurz vor deren Mündung ins Stettiner Haff. Stettin ist ein wichtiger See- und Binnenhafen und ein kulturelles Zentrum mit weiten Boulevards und einer bewegten deutsch-polnischen Geschichte. Dazwischen reihen sich entlang der Küste zahllose Seebäder und Kurorte wie Kołobrzeg (Kolberg), Ustka (Stolpmünde) oder Świnoujście (Swinemünde) auf. Wer die deutschen Schwesterstädte an derselben Küste entdecken möchte, findet im Hub der Städte und Regionen an der Ostsee Hansestädte wie Rostock, Stralsund und Wismar, die mit Danzig eine gemeinsame Backsteingotik-Tradition teilen.

Welche Strände und Halbinseln lohnen sich?

Die polnische Ostsee ist vor allem für ihre breiten, hellen Sandstrände bekannt, die sich oft kilometerweit ohne Unterbrechung hinziehen und im Hochsommer zu den beliebtesten Badezielen des Landes gehören. Das landschaftliche Wahrzeichen der Küste ist die Halbinsel Hel: eine über dreißig Kilometer lange, an manchen Stellen nur wenige Hundert Meter schmale Nehrung, die die Danziger Bucht vom offenen Meer trennt. Auf ihr wechseln sich Strände, Dünen und Kiefernwälder mit kleinen Fischerorten ab; das ablandige Wasser an der Innenseite macht sie zu einem der besten Reviere für Surfer und Kitesurfer an der gesamten Ostsee.

Das zweite große Naturhighlight ist der Słowiński-Nationalpark bei Łeba. Hier liegen die bekannten Wanderdünen – riesige, weiße Sandberge, die vom Wind ständig landeinwärts geschoben werden und ganze Waldstücke unter sich begraben haben. Diese „Wüste an der Ostsee“ ist als Biosphärenreservat geschützt und ein einzigartiges Wanderziel. Ganz im Westen gehört auch der östliche Zipfel der Insel Usedom rund um das Seebad Świnoujście zu Polen; mehr zur geteilten Sonneninsel und ihren langen Stränden steht im Steckbrief der Insel Usedom. Wer Natur abseits der Strände sucht, wird auch im Mündungsgebiet der Weichsel fündig, dessen Marschen und Auen ein wichtiges Rast- und Brutgebiet für Vögel sind.

Was ist typisch für die polnische Küche?

Die polnische Küche ist deftig, herzhaft und stark von den Jahreszeiten geprägt – und an der Küste kommt der frische Ostseefisch hinzu. Das wohl bekannteste Gericht sind Pierogi: gefüllte Teigtaschen, die mit Kartoffeln und Quark, mit Sauerkraut und Pilzen, mit Fleisch oder süß mit Früchten zubereitet werden. Ebenso typisch ist Bigos, ein lange geschmorter Eintopf aus Sauerkraut, frischem Kohl und verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, der als eines der polnischen Nationalgerichte gilt und im Winter besonders beliebt ist.

An der Ostsee selbst spielt Fisch die Hauptrolle. In den Hafenstädten und Seebädern werden geräucherter und gebratener Hering, Dorsch, Flunder und Lachs frisch angeboten, oft direkt an Buden am Strand oder im Hafen. Dazu kommen Klassiker wie Żurek, eine säuerliche Sauerteigsuppe, und Barszcz, die polnische Rote-Bete-Suppe. Süß geht es mit Sernik (Käsekuchen) und Pączki (gefüllten Krapfen) weiter. Insgesamt verbindet die Küche der polnischen Ostseeküste bodenständige Landküche mit maritimen Spezialitäten – ein Aspekt, der im Hub Gastronomie rund um die Ostsee im Vergleich mit den Nachbarländern weiter vertieft wird.

Wie reist man an die polnische Ostsee an?

Die polnische Ostseeküste ist von Deutschland aus bequem erreichbar – vor allem der westliche Abschnitt liegt buchstäblich gleich hinter der Grenze. Świnoujście auf Usedom grenzt direkt an das deutsche Seebad Heringsdorf und ist über Usedom mit dem Auto, der Usedomer Bäderbahn und seit Eröffnung des Tunnels auch ohne Fähre erreichbar. Für Reisende mit dem Auto führen gut ausgebaute Autobahnen und Schnellstraßen aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern Richtung Stettin und weiter entlang der Küste; das Autobahnnetz wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut und verkürzt die Fahrzeiten in die Dreistadt deutlich.

Mit der Bahn bestehen direkte Verbindungen von Berlin nach Stettin und Danzig, von wo aus Regionalzüge die Seebäder entlang der Küste erschließen. Wer aus weiter entfernten Regionen anreist, nutzt die Flughäfen Danzig (Gdańsk) und Stettin (Szczecin-Goleniów), die von zahlreichen europäischen Städten angeflogen werden. Hinzu kommen Fährverbindungen über die Ostsee, etwa nach Świnoujście und Gdynia, die Polen mit Skandinavien verbinden. Auf dem Wasser ist die Küste außerdem ein beliebtes Segelrevier mit modernen Marinas in Gdynia, Hel und Kołobrzeg. Sind die Wege geklärt, helfen die Tipps im Hub Reise und Tourismus an der Ostsee bei der konkreten Urlaubsplanung – von der Unterkunft bis zu Aktivitäten vor Ort.

Wie lang ist Polens Ostseeküste?
Die polnische Ostseeküste misst rund 500 Kilometer und gehört damit zu den längsten Küstenabschnitten unter allen Ostsee-Anrainerstaaten. Sie reicht vom polnischen Teil der Insel Usedom im Westen bis zur Danziger Bucht und der Frischen Nehrung im Osten.
Was ist die Dreistadt?
Als Dreistadt (Trójmiasto) bezeichnet man den zusammengewachsenen Ballungsraum aus der Hansestadt Danzig, dem Seebad Sopot und der Hafenstadt Gdynia an der Danziger Bucht. Die drei Städte bilden gemeinsam das größte urbane Zentrum der polnischen Ostseeküste.
Wo liegen die Wanderdünen an der polnischen Ostsee?
Die berühmten Wanderdünen liegen im Słowiński-Nationalpark bei Łeba. Es sind große, vom Wind ständig in Bewegung gehaltene Sandberge, die als Biosphärenreservat geschützt sind und ein beliebtes Wanderziel darstellen.
Gehört ein Teil von Usedom zu Polen?
Ja. Der östliche Zipfel der Insel Usedom mit dem Seebad Świnoujście (Swinemünde) gehört zu Polen, während der größere westliche Teil deutsch ist. Świnoujście grenzt unmittelbar an das deutsche Heringsdorf.

Von der Hansestadt Danzig über die Halbinsel Hel bis zu den Wanderdünen bei Łeba verbindet die polnische Ostseeküste lebendige Städte mit unberührter Natur. Wer einen Strandurlaub, eine Städtereise oder einen Aktivurlaub plant, findet im Hub Reise und Tourismus an der Ostsee alle Bausteine für die Reise – und im Überblick der Ostsee-Anrainerstaaten die passenden Nachbarländer für eine Rundreise entlang der gesamten Küste.

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